01.Mai 2009
Umplanung
So schnell kann sich alles ändern. NEIN, wir haben unseren Traum nicht aufgegeben ... aber wir haben umgeplant, was unseren Aufenthalt in Spanien angeht.
Wieso? Hoffentlich fragt das niemand. Wir sind ein bisserl spontan in unseren Entscheidungen. Diese hatte ihren Anfang am letzten Sonntag, als wir auf dem Balkon gegrillt haben. Da kam plötzlich die Frage von Bert: "Warum holen wir sie nicht hier hoch?" Der Gedanke war mir auch schon durch den Kopf gegangen, aber die Planung sah ja anders aus. "Wohin?" "Nach Lampertheim." Der Ort kam nicht so aus dem Stehgreif, zumindest nicht von mir. Von dort aus ist auch die "Kaya" von Rüdiger Hirche und Gaby Kinsberger gestartet. Vor allem kennen wir diesen Altrheinarm. Er ist nur 15 km von uns entfernt, also locker zu erreichen. Wenn die "Kaya" dort liegen konnte, können wir das auch. In Lampertheim haben wir beide auch unsere praktische Prüfung für den Binnenschein gemacht, haben damals dort einen großen Kat gesehen und uns gefragt, was der denn dort wohl will. Wahrscheinlich das Gleiche, was wir jetzt wollen ... ausrüsten. Ein wenig kurios war die Situation auf dem Balkon schon ... wir waren an dem Tag unterwegs gewesen um einen Campingplatz, in der Nähe, zu finden ... auf dem wir die Zeit bis Spanien verbringen wollten. Einige Angebote und vor allem, auch ein Angebot der SGW (auf dem Campingplatz der Seglergemeinschaft würden wir uns echt Wohlfühlen) hatten wir in der Tasche. Leider können wir bei der SGW nicht liegen, die Plätze sind für unsere Anjuli zu klein (max. bis 9m).
Der Gedanke setzte sich fest. Am Montag fuhren wir nach Lampertheim, zu dem einzigen großen Bootsanleger den wir kennen. Zum Bootshaus Kern. Dort erwartete uns eine Überraschung. Aber zuerst einmal wurden wir dort recht herzlich aufgenommen. Ein älterer Herr meinte, das wäre überhaupt kein Problem unser Boot dort hinzulegen. Sohnemann zeigte uns dann wo wir liegen könnten. Die beiden stellten sich dann als Besitzer heraus. Dann kam die Frage: "Von wo kommt ihr denn?" "Aus Spanien, Empuriabrava." "Ah ja, da bin ich auch letztes Jahr hergekommen." Bitte wie?
"Kein Problem," hieß es da. Weia, der Mensch ist mir ner 14m Ketsch rübergekommen. Die beiden Masten liegen auf dem Gelände. "Die sind per Fracht hergekommen," war die Erklärung. Wir haben eine Adresse in Sete (wo man den Mast legen kann) bekommen und, was viel wichtiger ist... die ganzen Handbücher (über die franz. Überführung) mit dem Hafenhandbuch (spanische und französische Küste). Wir waren völlig platt. "Ihr bringt sie mir ja wieder," war der Kommentar.
Danach mussten wir erst mal ne Auszeit nehmen und fuhren nach Neckarsteinach. Wollen wir das wirklich? Die Entscheidung fiel nicht leicht. Es tut halt doch weh ... nicht mehr nach Spanien. Manche Stunde in der Nacht wach gelegen. Aber ist das nicht nur Angst? Dagegen stehen viele Argumente die logisch sind. Hier ist die Aufrüstung einfacher und billiger. Dafür spricht auch das Argument, das es Berts Mutter nicht gut geht und er hier in der Nähe ist.
Schaffen wir das aber? "Das haben schon andere geschafft, wenn wir uns das nicht zu trauen brauchen wir gar nicht erst los zu fahren .." klingt stichhaltig. Die endgültige Entscheidung fiel gestern morgen .... wir machen das.
Jetzt stöbern wir sämtliche Literatur durch die wir finden können, die Handbücher werden genau studiert. In Google Earth angeguckt wie der Verlauf der Fahrt ist. Schaffen wir das in vier Wochen? Das ist eine ganz große Frage. Laut Insiderinfos kann man es sogar gut schaffen, wenn nicht irgendwas dazwischen kommt .... Wetter, Hochwasser, Störungen .... okay das kann man nicht wissen, das werden wir sehen.
Wie kommen wir zum Flughafen, ohne Auto? Was müssen wir mitnehmen? Wie kommen wir von Girona nach Empuria, ohne Auto? Geht ein günstiger Flug? Wie kaufen wir in Spanien ein, ohne Auto? Wie wird das mit dem Mast legen? Eine Adresse einer Werft in Sete haben wir, leider sprechen wir beide kein oder so gut wie kaum Französisch. Jetzt haben wir die Werft angeschrieben und hoffen auf Antwort.
Das Hafenhandbuch ist leider nur in französisch ... Klasse. Mal gucken ob es nicht auch Karten für die Ecke gibt, oder Infos die auf deutsch sind.
Die nächsten Wochen werden aufregend werden. Wir werden weiter berichten was sich hier tut.
06.05.2009
Ein bisschen weiter sind wir mittlerweile. Ein Flug ist gebucht. Am 27.05. geht's rüber ... leider erst mit dem Abendflug, aber es hilft nichts. Diesmal auch mit Gepäck, im Rucksack bekommen wir nicht alles mit. Der Transferbus ist auch bestellt, wir hoffen, das es funktioniert. Sonst stehen wir abends um 21:30Uhr blöd in Girona.
Vorher aber geht's erstmal mit der Straßenbahn und Bus hier zum Hauptbahnhof, von wo aus ein Transferbus zum Flughafen Hahn fährt. Das alles mit Gepäck und Rucksäcken ... wird sicher spaßig. Tickets soll man im Bus kaufen ...öhm...naja gut.
Heute haben wir den Vertrag für den Liegeplatz in Lampertheim festgemacht und uns das Plätzchen mal angeschaut. Das wird schon werden ... bloß hin müssen wir erstmal.
Die Werft in Sete hat sich auch gemeldet und wir haben dort einen Termin am 01.06. Vorher schaffen wir das nicht. Wollen am 31.05. dort sein. Dann können wir nur hoffen, das jemand da ist der deutsch oder englisch spricht. Schriftlich geht das Ganze ja ... mit Übersetzungshilfe <lach>.
Listen werden geschrieben: was müssen wir mitnehmen, was müssen wir in Empuria noch einkaufen?
Haben uns heute noch mal erklären lassen, wo wir am besten die Vignette kaufen sollen. Also, wir denken, das haben wir auf der Karte gefunden. Jetzt fehlt uns noch der Abschnitt der Saone, haben das Buch bestellt und hoffen nun das es früh genug kommt.
Bert denkt die ganze Zeit darüber nach, wie der Mast dann an Bord liegen soll und wie wir ihn am besten befestigen .... ohne eine Gesamthöhe von 3m über der Wasseroberfläche zu überschreiten. Beide sind wir jetzt schon aufgeregt und können z.Zt. überhaupt nicht nachvollziehen wieso andere das alles als völlig easy finden. Haben heute beschlossen, das sich die Anzahl der Nervenzusammenbrüche in Grenzen halten muss.
Konnte gestern mal Skype ausprobieren. Klappt ja richtig gut. Danke an Andrea, von der SY Akka ... von Deutschland nach Trinidat ohne Kosten ... genial.
14.05.2009
Wir haben beschlossen, uns doch wenigstens zwei Kugelfender zu kaufen. Hilft wohl alles nichts, die Stege (die wir auf den Bildern in den Handbüchern sehen) scheinen oft recht tief zu liegen. Oder ist unser Boot zu hoch? Egal ... her mit den Dingern. Also los zu AWN und zwei Rote gekauft. Nicht gerade billig die Teile, aber später brauchen wir sie sicher noch.
Jetzt mussten sie nur noch in´s Gepäck. Apropos ... was muss denn noch alles mit? Die Hupe, die Handbücher, Gasschlauch, Stromwandler, Spanngurte, ein Batteriekabel, usw .... "Ähm ... wir haben nur 15kg pro Tasche", meinte ich bemerken zu müssen. Also rauf auf die Waage. 14kg die eine und 10kg die andere Tasche. Jetzt schon. "Die Klamotten müssen in die Rucksäcke." Ah ja .... nun gut, wir werden sehen ... und stopfen.
Die Einkaufsliste für Empuria wird auch immer länger. "Das wird ein nettes Stauen." Okay, sehen wir es mal so .... so können wir schon mal üben.
21.05.2009
Gestern haben wir unsere Mercy verkauft. Es tut doch weh, wenn so ein eigenes Boot in fremde Hände geht. Wir glauben aber, das es dort gut aufgehoben ist. Gruß an Mercy in Wiesbaden.
Wenn wir die Anjuli Nui hier haben sind einfach zwei Boote eins zuviel. Ja,ja ich weiß ... das haben wir schon einmal gesagt, wir werden aber genug Arbeit haben auf unserer Großen.
Die Zeit zum Flug nach Spanien rückt näher und irgendwie sind alle Gedanken bei unserer Reise. Kopien von relevanten Seiten aus dem Hafenhandbuch sind gemacht. Wenn´s nur nicht alles in französisch wäre...
Seit gestern haben wir einen neuen Fotoapparat (Canon 1000d), wollen ja doch auch gute Bilder machen. Jetzt testen wir erstmal und unser Kater spielt Fotomodell .... mit ziemlicher Gelassenheit.... mal sehen wie lange noch.