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06.06. Samstag

Nachdem wir kurz nach 9 Uhr aus dem Hafen ausgelaufen sind, waren wir eine halbe Stunde später wieder auf der Rhone. Die Schleuse Caderousse erreichten wir gegen 10 Uhr. Wir durften gleich hinein und waren in Rekordzeit wieder draußen, alles hatte nur 10 min gedauert. Das war mal wirklich flott.

In der Nacht war ein kräftiges Gewitter runter gekommen und auch jetzt sah der Himmel nicht gerade freundlich aus. Pünktlich um 12:30 Uhr fing es wieder an zu regnen. Na super, das war ein nettes fahren. Wir befanden uns nun im "Devitation de Bolléne", dort war die Strömung so stark das unser Dieselchen die 4 kn Fahrt nicht mehr halten konnte.... er gab sein Bestes ... aber das war zuviel. Ach so, die von mir angegebenen kn sind immer Fahrt über Grund ... das war das einzige was wir an der Funke ablesen konnten. Eine funktionierende Logge oder Lot hatten wir leider nicht an Bord. Das mit dem Lot würden wir später noch sehr bereuen.

Das Wetter wurde immer schlechter und nächste Gewitter kündigten sich an. Gegen 13:30 Uhr kam die Schleuse Bolléne in Sicht.

"Gibt's da einen Schwimmsteg?" war Berts Frage. Ein Blick in das Handbuch zeigte: hier nicht .... aber das mußte nichts heißen, das hatten wir schon gelernt. Tatsächlich, es gab einen. Das war unser und wir machten fest. Bei dem Gewitterregen hatten wir keine Lust mehr zu schleusen.


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Wir hatten ein anderes Problem. Im Handbuch stand, man solle sich bei der Schleuse Chateuneuf erkundigen wie hoch die Fließgeschwindigkeit der Rhone war. Dis ist wichtig für die nächste Etappe durch die Flussenge. Soweit so gut. Die Telefonnummer stand dabei. Also rief ich dort an .... der Mann dort klang ja sehr freundlich, nur habe ich kein Wort verstanden. Wieder mal das leidige Problem .... ich spreche so gut wie kein französisch und die dort weder englisch noch deutsch. Was nun? War die Info wirklich so wichtig? Wir wussten es nicht und waren verunsichert. Uns war schon klar, das die Rhone mehr Wasser führte als normal. Würde es für uns ein Problem werden?

Bin dann, mit dem Handbuch zur Schleuse gelaufen. Das Buch ist in drei Sprachen geschrieben ... wenn ich dort jemand antreffen sollte könnte ich ihm evtl klar machen was ich wollte. Den Weg hätte ich mir sparen können. An das Schleusenpersonal war kein heran kommen. Also stapfte ich zurück, mir nassen Schuhe, Strümpfen und in wieder anfangendem Regen.

Jetzt blieb nur noch eine Möglichkeit. Wir riefen im Port 2 an und baten die freundliche Betreiberin uns zu helfen. Sie erfasste das Problem schnell und versprach sich wieder zu melden. 10 min später hatten wir unsere Information. "Wer hat euch denn so verrückt gemacht? Es ist alles in grünem Bereich, kein Problem." Das die Schleusen bei einer Fließgeschwindigkeit von 3000 Qubikmetern/s, also was gar nicht mehr machbar ist, sowieso geschlossen werden erfuhren wir auch noch. Z.Zt. betrug sie aber nur 1100.  Wir bedankten uns ganz herzlich und waren beruhigter. Ob diese Aktion nun hatte sein müssen ist sicher fraglich, aber wir waren einfach noch zu unsicher.

Obwohl uns nie jemand darauf ansprach warum wir vor den Schleusen, an den Wartestegen die Nacht verbrachten, hatten wir uns eine Ausrede zurecht gelegt. "Wir haben ein Elektrikproblem." Innen sah unsere Kabelei halt immer noch aus wie nach einem Bombeneinschlag. Das Notkabel hielt weiterhin und hat auch bis zum Ende gehalten.

Abends schaute Bert nach dem Diesel, wie jeden Tag. Heller Rauch kommt teilweise aus dem Kühlwasser austritt und ich bekomme jedes Mal eine Krise. Aber Dieselchen sieht gut aus und braucht auch kaum Öl. Braves Teilchen, weiter so. Also zu Hause kümmern wir uns nicht so um die Motoren unserer Autos.

Anhand der Handbücher rechneten wir uns durch, ob es überhaupt möglich war die Strecke in 4 Wochen zu schaffen. Rein rechnerisch müsste es gehen, bloß darf nichts dazwischen kommen.

07.06. Sonntag

Heute sind wir genau 1 Woche unterwegs. Noch immer ist das Wetter bewölkt und mit 13°C ziemlich kühl. Schon um 8 Uhr waren wir in der Schleuse. Diese hier war schon ein Erlebnis: 23m Hubhöhe, lange Zeit die Größte in Europa .... und... wir hatten sie für uns ganz alleine! Das war Luxusschleusen, vor allem weil es schön langsam aufwärts ging. Haben uns auch nett bedankt und bekamen schöne Wünsche und ein freundliches Winken des Schleusenwärters zurück. Da wir bergwärts schleusen  hatten wir bei der Einfahrt das Gefühl, man fährt in einen großen, dunklen Tunnel. Schon merkwürdig.

Um 11:15 Uhr ereichten wir das Sperrwerk vor der Engstelle Donzère. Die Strömung nahm zu, das war genau die Stelle, wegen der wir gestern telefoniert hatten und vor der das Handbuch warnte.

"Was klappert denn da so?" das durfte nicht wahr sein.... ausgerechnet jetzt. Was war das? Bert´s Diagnose: "Das Wellenlager." "Aber nicht jetzt!" Doch, genau jetzt. Außer klappern lief alles normal. Aber das zerrte an den Nerven ... würde es halten? Was tunt wenn nicht? Nur nicht dran denken. Bert schaltete einmal kurz in den Leerlauf, in den Rückwärtsgang  und wieder zurück in den Vorwärtsgang. Was Wunder, das Klappern hörte auf.  Also weiter und schön langsam, schnell ging eh nicht, durch die Engstelle. Beeindruckend, die Felswände hier sind sehr hoch und steil. Beide waren wir aber heilfroh als wir das hinter uns hatten.

Auch die nächste Schleuse war kein Problem und wir durften wieder alleine rein. Hatte schon befürchtet, das die Schleusenwärter übel gelaunt wären, weil sie Sonntags Dienst machen mussten. Das Gegenteil war der Fall, einige gaben sogar zu englisch zu sprechen, was die Sache sehr erleichterte.

Jetzt mal langsam wieder etwas zum anlegen suchen. Angegeben war eine Möglichkeit bei km 154. Aber wo dort? Alles was wir sahen war ein hoher Steg der einfach in den Fluß hinein ragte. Also das war nichts für uns. Bei km 145 Port de Cruas. Im Handbuch steht: "ein sehr praktischer Hafen, leicht geneigte Kaimauer oberhalb des Hafens, schön schattig." Na klingt doch gut. Vorsichtig liefen wir darauf zu, schön langsam. Zum Glück! Die Fender hatten wir schon ganz tief, leider schwammen sie auf dem Wasser, was nicht viel nutzte. "Ziemlich hoch das Ganze. Wie kommt man denn da rauf?" ich war mir nicht mehr sicher, ob das alles so gut war. Bert sprang von Bord aus auf eine schmale Sprossenleiter. Die lange Leine raus und an der obersten Sprosse fest gemacht. Plötzlich machte es unter mir: kraaatsch. "Wir setzen auf!" brüllte ich nach oben. Das Problem war nun, Bert kam nicht mehr an Bord. Noch eine lange Leine raus und versucht eine Spring zu legen. Noch immer stand er oben und ich alleine an Bord, was ich zutiefst hasse. "Wir brauchen noch die ganz lange Leine," rief er von oben. Noch länger? Ach ja, unsere 30m Leine kam zu Einsatz. Diese ganz nach vorne festgemacht und wir lagen. Als alles schön vertäut war kam ein großer Frachter vorbei, mit voller fahrt. Die Wellen warfen uns auf die Kaimauer. Ich brüllte nur noch: "Wir müssen hier weg, wir hauen uns unser Schiff kaputt." Also alles wieder weg und Bert zurück an Bord. Unsere Nerven! So oft gebrüllt habe ich bisher sehr selten.

Zwei km weiter befand sich die nächste Schleuse: Le Logis-Neuf. Um 18 Uhr machten wir dort am Sportbootsteg fest. Ich liebe diese Stege. Keinen Meter weiter heute mehr.

Wie seit einer Woche tun uns noch immer die Beine weh und wir waren ziemlich fertig. Aber mittlerweile geht das Anlegen und auch das Schleusen richtig gut. Selbst Fender kann ich mittlerweile anbinden. Das war vor einer Woche noch anders, muß ich zu meiner Schande gestehen. Aber man lernt ja: Fender backbord, nein doch steuerbord, ach nein doch besser backbord. Leinen klarmachen, am besten auf beiden Seiten bereit halten. Später hatten wir auch die Fender auf beide Seiten verteilt....

08.06. Montag

Schon um 8:30 Uhr waren wir aus der Schleuse raus und passierten bald darauf Le Pouzin. Die Landschaft hier wird bergiger. Wir bemerken mal wieder, das sich die Landschaft immer wieder sehr verändert, aber das macht auch den Reiz dieser Reise aus. Oftmals kann ich selber aber das gar nicht so recht genießen, mir fehlt einfach der Schlaf und ich stehe oftmals "unter Strom".

Gegen Mittag hatten wir die zweite Schleuse des heutigen Tages hinter uns. Dann ging es in ein Kanalstück, die Dérivation de Beauchastel. Wir kamen uns vor wie auf See, so schaukelte unsere Anjuli Nui, der Wind kam von hinten und die Wellen immer wieder von den Kanalwänden zurück. Nicht sehr angenehm. Plötzlich frischte der Südwind auf, 4-5 Bft und die Bewölkung wurde stärker. Das konnte ja lustig werden. Immerhin bescherte uns dieser Wind einigen Vortrieb.

Der Sportboothafen in Valence war unser heutiges Ziel, dort gab es auch (lt. Handbuch) eine Bootstankstelle bei der wir den Diesel bekommen wollten, den wir nötig brauchten. Gegen 13 Uhr erreichten wir ihn und legten gleich an der Tankstelle an. Dann begannen unsere Probleme. Irgendwie ging das automatisch, jedenfalls befand sich dort ein Automat und niemand der uns das erklären konnte. Aber so schwer kann das ja nicht sein. Bezahlung per Kreditkarte, gut die hatten wir. Das man dafür jedoch die Pin eingeben musste stellten wir sehr schnell fest. Ähm ...  genau die hatten wir nicht, was nun? Ein Rundblick zeigte, das das Büro weiter vorne lag, als bin ich erstmal dorthin gelaufen, nur um festzustellen, das der Hafenmeister erst um 14 Uhr wieder kommen würde. Dazu muß man wissen, das es von der Tanke bis zum Büro so ca 1km war. Also wieder zurück. Der Südwind nahm zu, die Temperatur auch. Ich war völlig fertig als ich wieder am Boot war.

Um 14 Uhr ging Bert los um zu gucken, was möglich war um doch noch an Diesel zu kommen. Zwischendurch hatte ein freundlicher Deutscher, der mit seinem Boot im Hafen lag, versucht mit seiner Karte und Pin uns zu Diesel zu verhelfen. Aber auch das klappte nicht. Gegen 14:30 Uhr kam Bert zurück und berichtete, das der Hafenmeister nicht gewillt war uns zu helfen. Sein Kommentar: "Wenn man nach Frankreich fährt muss man sich vorher erkundigen welche Geflogenheiten dort sind. Keine Pin, kein Diesel." Auch sollten wir, zum Übernachten, in eine Box fahren in der der Südwind genau hineinpfiff ... also für uns nicht einfach und auch nicht ungefährlich. Es wären noch viele freie Plätze in ruhigeren Boxen frei, Berts Argumentation war in den Wind gesprochen. "Entweder die Box oder raus aus dem Hafen," war die Reaktion des Hafenmeisters. Übrigens ging es nicht nur uns so, auch eine englische Yacht, die kurz nach uns gekommen und in eine ruhige Box gefahren war musste verholen.

Was blieb uns anderes übrig? Wir wollten nicht mehr weiter. Mit Hilfe von 2 Deutschen haben wir dann in die uns angewiesene Box verlegt. Rückwärts, bei 14 kn Wind kein Vergnügen, vor allem nicht wenn man bedenkt das sich unsere nicht lenken lässt wenn sie keine Fahrt hat. Aber mit der Hilfe hat es gut geklappt. Wir lagen fest, nur unsere armen Fender wurden sehr beansprucht. Hoffentlich hält das alles, es wehte uns da zum Teufel.


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Auch das Problem mit dem Diesel löste sich etwas. Der Gehilfe des Hafenmeisters bot Bert an, ihn an die Tankstelle im Ort zu fahren. Er stellte sogar noch Kanister zur Verfügung. "Bloß nichts dem Chef sagen!" war sein Kommentar. Steve zeigte Bert sogar noch wo man einkaufen konnte und half die schweren Kanister zum Boot zu tragen. So konnten wir erstmal auffüllen.

In der Zwischenzeit bekam ich aber ein Problem. Eine französische Motoryacht wollte in die Box neben uns, hatten aber ebenfalls Probleme mit dem Wind. Zwei Deutsche standen am Steg, zum Helfen. Plötzlich verfing sich das Gestänge des Bimini der Yacht in unserer Genua. "Atention, atention, le boum", hörte ich die Frau am Heck schreien. Es war zu spät. Unser Genuagestänge war verbogen. Na super! Ich war zu unserem Bug gelaufen konnte aber auch nichts mehr machen.

Als Bert zurückkam, die Franzosen lagen zwischenzeitlich fest am Steg, wurde erstmal alles begutachtet und Fotos gemacht. Zu unserem Glück sprach die Frau ein recht gutes deutsch. Schadensmeldungen und Daten wurden ausgetauscht, Versicherungen angerufen. Mal gucken was daraus wird.

Um 16 Uhr sind wir dann, mit Rucksäcken, losgezogen um im Einkaufzentrum unsere Vorräte aufzufüllen. Ca 1,5km Wegstrecke. Aber dort konnten wir einkaufen, was wir in 2 Rucksäcken wieder zurück bringen konnten. Auch Fleisch, Schnitzel für heute, Hackfleisch fürs Chili morgen, Putenschenkel. Fleisch halt!! Frische Tomaten, Gurken, Pilze, Senf, Marmelade, Brot zum Aufbacken usw. Zurück an Bord waren wir ziemlich fertig.

 Aber duschen musste noch sein ..... die Duschanlagen befanden sich wieder im Bürogebäude .... also 1km entfernt.

09.06. Dienstag

Eigentlich wollten wir wieder gegen 8 Uhr los. Als der Wecker jedoch um 7 Uhr klingelte kam ich kaum aus dem Bett. Ich war einfach nur fertig und konnte mich kaum auf den Beinen halten. So ging das nicht, zurück ins Bett. Sofort war ich wieder eingeschlafen. Gegen 9:30 Uhr weckte mich Bert. "Der Hafenmeister war gerade da, wir müssen bis 10 Uhr weg sein." Ich versuchte mein Bestes hoch zu kommen. Ein Blick und Bert meinte: "Nichts geht mehr, wir bleiben hier."

Mir war alles so egal... ich war nur froh weiter schlafen zu können. Also legten wir einen Hafentag ein. Außer viel schlafen, ein bisschen was essen, lesen und duschen habe ich von dem Tag nicht viel mit bekommen. Es tat mir in der Seele weh, wir mussten doch weiter, aber ganz zusammenklappen wollte ich auch nicht. Vor allem wollte Bert das nicht. Er meinte bloß immer: "Du musst auch mehr essen." Essen ... was ein grauenvolles Wort bei der Hitze. Was ich brauchte war mehr Schlaf. Das würde ich mir merken .... das hatte den Effekt das wir in den nächsten Wochen zwar immer noch um 7 Uhr aufstanden, dafür abends aber schon um 21 Uhr in den Federn waren.

10.06.Mittwoch

Diesmal fuhren wir wirklich um 8 Uhr aus dem Hafen. Die Sonne schien jetzt schon und wir hatten keinen Wind. Auch die erste Schleuse konnten wir schon um 9:30 Uhr abhaken. So gefällt uns das. Allerdings nahm die Strömung wieder stark zu und wir kamen nur schwer vorwärts. Vor allem unter den Brücken, an denen die Verwirbelungen schwierig zu fahren waren. Ansonsten verlief alles sehr ruhig, auch ich versuchte ruhiger zu werden. Das von gestern sollte sich nicht wiederholen. Gegen Mittag nahm der Südwind wieder zu und damit auch die Wellen, was sehr unangenehm ist. Die 28°C merkt man kaum, da der Wind kühlt.

Gegen 16 Uhr haben wir vor der Schleuse Sablons festgemacht. Na wo wohl? An einem Wartesteg. Immerhin eine Tagesetappe von 52km, in 8 Stunden, incl 2 Schleusen ... ist doch was. Im Grunde hetzen wir durch Frankreich. Leider ohne Zeit uns irgendwas anzugucken. Das muss auf der Rückfahrt anders werden. Aber Bert muss halt arbeiten und hat nur 4 Wochen Zeit. Aber die Rhone macht nicht wirklich mit, heute hatten wir, im letzten Abschnitt, nur noch eine Geschwindigkeit von 3-3,8kn. Das ist nicht wirklich viel, immerhin jedoch kommen wir vorwärts.

So langsam geht unsere zweite "Bibel" dem Ende entgegen. So nennen wir unsere Handbücher, ohne die wir aufgeworfen wären. Sie liegt immer an Deck und wird durchgearbeitet, Kilometer für Kilometer.

11.06.Donnerstag

Pünktlich um 8 Uhr die Schleuse angefunkt. Verstehe, mal wieder, kein Wort von dem was er sagt. Der spricht, angeblich, kein englisch. Aber wir mußten warten. Erst um 9:15 Uhr in die Schleuse. Komischerweise verstehen die dennoch was ich will, auch wenn ich englisch rede. Oft genug kommt auch die Einfahrtserlaubnis am Funk in englisch.

Um 12 Uhr ein Versuch bei einer Bootstankstelle in einem Sportboothafen zu tanken. Info von Skippern dort: da kommt erst jemand um 14 Uhr wieder. Nein, solange wollten wir nicht warten.

Eine ruhige Fahrt weiterhin, an Vienne vorbei. Aber das war uns zu laut dort: bloß weiter. Wir waren den Lärm nicht mehr gewohnt. Aber nicht weit von dort sichteten wir ein Tankschiff. Bert sah als erster das große BP Zeichen. Langsam schlichen wir uns daran vorbei und gaben Schallsignal. Wenn dort jemand war mußte er uns hören. Ja, es kam jemand aus der Kabine. Tanken? Diesel? Ja, das konnten wir. Also umdrehen und anlegen an dem Kahn. Leider haben wir uns an den riesen Reifen, die an dem Schiff außer Bords hingen, unsere Bordwand schwarz gestreift. Nicht zu ändern. Aber unsere Fender rutschten einfach hinein. Dafür konnten wir unseren Tank wieder voll machen, für 1,08€/L. Das war doch völlig okay.

Gefahren sind wir noch bis km 18 um dort an einem Schwimmponton festzumachen. Eigentlich steht dort ein Parkverbotsschild und darunter "nur für autorisierte CNR"... was auch immer das ist. Es war uns völlig egal, wir waren zu kaputt um weiter zu fahren. Kein Mensch kam.

Am Abend saßen wir im Cockpit und genossen die Landschaft, hinter uns nur eine Autobahnbrücke mit ziemlichem Verkehr. Komisch, das das so laut ist ist uns früher nie aufgefallen.

Den Dieselverbrauch haben wir noch ausgerechnet: 4L/Std bei 2500 Umdrehungen. Nicht gerade wenig.

Bei dem "Seemann" von Freddy Quinn, im CD Player (Bert macht daraus den "Flussmann"), sinnieren wir beide was uns wichtig geworden ist.

Auch unser Fernglas, ohne dies wären wir oft genug aufgeschmissen gewesen, die 100AH Batterie, die nicht aufgibt... obwohl sie schon einige Male vor dem Kollaps war (jetzt schalten wir über Nacht den Bordkühlschrank aus), unsere kleine Starterbatterie, die mit 44 AH immer noch unseren Diesel startet. Nein, nicht nur dies, auch viele persönliche Eindrücke und Erfahrungen.

So langsam müssen wir uns um Wasser kümmern. Haben unseren Wassertank aufgefüllt mit Flaschen, Resultat: wir haben in 2 Tagen 17L Wasser verbraucht. Geht doch.

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