4.Woche

Nachdem uns das Wetter mal wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte verbrachten wir die nächsten Tage damit auf die Wetternachrichten zu hören und zu hoffen das uns das Tief endlich mal verließ. Ein frommer Wunsch, wie sich herausstellte. Die anderen, die teilweise seit Jahren dort wohnen meinten, einen so schlechten Mai bis diesen hätten sie seit 10 Jahren nicht mehr gehabt. Super, kann ich dazu nur sagen...

Aber dennoch, es regnete ja nicht ständig, es war halt nur Schmuddelwetter. Aber relativ warm. Im Hafen hatten wir in den letzten 3 Wochen einige Bekanntschaften geschlossen. Zum größten Teil sind es ältere Leute dort, die teilweise über den ganzen Sommer dort bleiben. So schön möchte ich es auch mal haben.

Uns blieb noch eine Woche. Das Wunder geschah wirklich ... das Wetter riss auf. Die Sonne schien wieder. Dann wurde es auch gleich richtig warm. Raus oder nicht raus, war die Frage. Aber auf was noch warten? Es war Wind ... so um die 3-4. Also ideal.

Wir fragten Lutz, ob er mit rauskommt. Ein dritter Mann an Bord war uns recht lieb, vor allem nach unserem letzten Anlegemanöver. Und ... er kennt sich dort aus. Nach seiner Zusage hatten wir das Schiff schnell klar.

Bei herrlichem Segelwetter fuhren wir aus dem Hafen. Die beiden Männer setzten das Groß und holten die Genua raus.

Wir segelten. Bert und ich konnten es gar nicht richtig fassen. Das erste Mal wirklich raus unter Segel. Dank Lutz kamen wir gut voran. Er gab uns nämlich die Tipps die wir brauchten um mitzubekommen das es im Grunde nicht anders ist, als auf dem Altrhein.. "da wo sich das Wasser kräuselt ist mehr Wind" ....


Ausflug2 - MyVideo

Lachen musste ich wirklich, als eine andere Yacht hinter uns war und es plötzlich wichtig wurde wie viel Knoten wir liefen. Zwei Segler auf einer Route und es ist eine Regatta .... irgendwo hab ich den Spruch mal gelesen. Wie recht der Autor hatte.

Unser Ziel war die Calla del Mongo. Laut Lutz eine sehr sichere Bucht, die auch bei unruhiger See angelaufen werden kann und dort Schutz bietet. Dort wollten wir dann mal ankern. Das hieß aber, ganz rüber über die Bucht, Wegstrecke ca 2 Std. Unser Naviprogramm lief und wir konnten Kurs und Position gut verfolgen. Wobei weder Bert noch ich wußten wo die Bucht sein sollte.

Es war ein schönes entspanntes Segeln. Endlich mal. Herrliches Wetter.

Nach etwa 1 1/2 Std war die Einfahrt der Bucht auszumachen. Gar nicht weit weg von den Medas Inseln.


Ausflug3 - MyVideo

Vor der Bucht starteten wir den Motor und fuhren so hinein. Mit uns waren noch 4 andere Boote dort. Im Sommer sähe das anders aus, da wäre es viel voller. Uns war es so wie es war ganz lieb. Lutz und ich holten das Groß runter (was eine Schaukelei ... anbinden wäre gut gekommen) und die Genua rein. Ich will ein Lazy Jacket!!!!!  Ankergrund? Sand. "Der Anker hält hier sehr gut" ... Gut zu wissen. So kam zum ersten Mal unsere Ankerwinsch zur Geltung. Würde es gut gehen? Bert vorn am Anker und Lutz hinten am Steuer und den Knöpfen für die Winsch. Er zeigte mir, wie ich das machen muss.

Der Motor blieb laufen bis wir sicher waren, der Anker hält. Jedenfalls war Lutz das, Bert und ich waren uns da nicht so sicher. Aber er hielt wirklich. Lutz hatte uns nämlich ziemlich dicht an die Felswand gelotst. Also ich wäre da nicht hingefahren .... aber nun gut.

Mit einem Dingi hätten wir gut ans Ufer fahren und einige Höhlen dort erkundigen können und evtl auch übernachten. Aber nachdem wir vergessen hatten Wasser zu bunkern, kein Dingi dabei und unser Kühlschrank gab auch nicht mehr viel her erledigte sich diese Überlegung.

So genossen wir einfach mal die Ruhe dort.

Nach einer Stunde holten wir den Anker wieder hoch und fuhren aus der Bucht hinaus. Segel hoch? Na das war wohl nichts. Kein Wind, absolut nichts. Die See war plötzlich glatt wie ein Ententeich und der Himmel verdunkelte sich sehr schnell. Das wird doch nicht....????? Doch ...genau das kam. Es fing an zu regnen. Also Motor an und Regensachen angezogen.

So fuhren wir in strömenden Regen Richtung Empuria. Warum können wir nicht einmal mehr als 2 Stunden draußen sein, ohne das es anfängt zu regnen????

Hinter uns türmten sich dann auch noch dunkle Gewitterwolken auf und die Anjuli Nui lief mit Vollgas dem Hafen entgegen. Ich sollte runter gehen und es mir gemütlich machen? Neee danke, da blieb ich lieber draußen. Mit meinem Ölzeug blieb ich wahrscheinlich sowieso am trockensten.  Nur, Eistee mit Regenwasser war auch nicht mein Ding.

Wir erreichten Empuria dann bei dunklem Himmel, aber trockenem Wetter. Das Anlegemanöver klappte perfekt und die anderen schauten uns in unseren Regensachen etwas merkwürdig an. Dort hatte es nämlich überhaupt nicht geregnet ....

Der nächste Tag brachte dann wieder Sonne, aber .... Tramontana. So waren wir schlichtweg eingeweht. Der Wind pfiff furchtbar.

Also versuchte ich mich mal mit Brot backen. Das wollte ich ausprobieren. Wenn es mit unserem Ofen dort nicht geht müssten wir uns etwas einfallen lassen. Aber der Gedanke war umsonst, es klappt hervorragend.


Brot backen - MyVideo

Am Dienstag fuhren wir mit Lutz nach St.Margarita. Dort gibt es einen Platz wo Boote liegen ohne Gebühren zu bezahlen. Klingt erstmal gut, aber die liegen oft schon seit Jahren dort und wohnen auch da. Aussteiger. Noch werden sie da geduldet, aber wie lange noch ist fraglich. Eine Werft hat das Gelände schon gekauft oder will es noch kaufen.

Zwischendurch haben wir uns wegen eines Lazy Jackets schlau gemacht, ein Segelmacher hatte auch bei uns ausgemessen und uns einen Kostenvoranschlag gemacht. 700€ .... nun das muß auch billiger gehen. Insidertipps sind gut. Leinen dafür haben wir schon und unsere Persenning haben wir auch nach Deutschland mitgenommen. Mal sehen ob wir das so, wie wir es uns vorstellen, hinbekommen.

Am Mittwoch holten wir das Groß runter und verstauten unser Dingi in der Achterkajüte. Die Sachen wurden gepackt und in´s Auto verladen. Morgen sollte es nach Hause gehen. 4 Wochen Urlaub vorbei und wir wissen nicht, wann wir wiederkommen. Keiner von uns beiden wollte wirklich, aber es half nichts.

Nachmittags gingen wir an den Strand, das erste Mal im Urlaub, mit Badesachen. Die Sonne schien strahlend blau vom Himmel, der Wind hatte sich beruhigt und wir wollten wenigstens einmal in´s Wasser. Es war wirklich warm, draußen .... vom Wasser konnte man das nicht sagen. 16°C Wassertemperatur. Schön kalt..... aber wir waren drin.

Donnerstagmorgen war der Abreisetag angebrochen. Schweren Herzens machten wir das Boot klar und fuhren wieder Richtung Deutschland. Die Fahrt dauerte wieder 12 Stunden, diesmal kamen wir aber geschaffter zu hause an als wir hingefahren waren.

Mittlerweile haben wir schon geguckt wann wir wieder fliegen können. Evtl im August noch mal für eine Woche.

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