Säuberungsaktion

(Urlaub vom 18. - 22.01.2008)

Wie war das? Wir wollten im Mai (Urlaub) das nächste Mal wieder aufs Schiff kommen .... naja, wir haben uns da recht schnell anders entschieden. Die Fahrt nach Düsseldorf, auf die "Boot" haben wir gestrichen und hatten schon 2 Tage nachdem wir wieder zurück waren den Flug für den 18.01. gebucht. Diese 4 Tage wollten wir anders nutzen und unser Schiff wirklich "annehmen". Was das aber wirklich werden sollte konnten wir zu dem Zeitpunkt nicht ahnen.

Den Transport vom Flughafen in Girona nach Empuriabrava hatten wir diesmal, per Internet, bei einem Shuttle unternehmen gebucht. Den Flug traten wir nur mit Handgepäck an. In den Rucksäcken befanden sich auch unsere Kopfkissen, die leider viel Platz einnahmen, aber notwendig waren. Waschutensilien ließen sich wohl auch in Spanien kaufen. Wir waren also nur mit dem Notwendigsten unterwegs und kamen auch gut an. Der Shuttlebus war dann auch da. Super geklappt. Nach einer knappen Stunde Fahrt waren wir dann um kurz nach 16 Uhr, bei schönem Wetter, am Schiff.

Aber was für ein Chaos!! Ein erster Blick sagte uns, das Putzen angesagt war. So richtig wohl fühlten wir uns nicht. Nachdem die Rucksäcke ausgepackt waren gingen wir erstmal einkaufen, was zum Glück nicht so weit ist. Zum Kochen hatten wir beide aber keine Lust mehr. Wir hatten nur noch Durst und wollten eigentlich nichts mehr sehen und hören. Also ab in die, uns schon bekannte, Colonia Bar. Dort kannte man uns sogar noch und begrüßten uns wie alte Bekannte. Na gut, man kommt sich dort vor wie in einer deutschen Bar. Nach gutem Essen und kalten Getränken, zu sehr annehmbaren Preisen (ein Bier 1€, ein Wein 1,50 €, Essen <Rindfleisch a la Stroganoff>mit Salat, Pommes und Vorspeise 8,50 €), gingen wir wieder in unser "Chaosschiff" zurück. An dem Abend lagen wir früh im Bett. Wir hatten nochmal die Heckkabine bezogen.

Samstagmorgen standen wir dann um 8:30 Uhr auf. Etwas gerädert, trotz Kissen hatten wir nicht wirklich gut geschlafen. Erstmal Kaffee machen. Den hatten wir aus Deutschland mitgebracht und wurde handgebrüht. Danach sah die Welt schon ein bisschen besser aus. Ein Blick durch die Fenster brachte auch gute Laune. Strahlend blauer Himmel.

Aber wo sollten wir anfangen? Ein Ziel war: der Gestank mußte weg. Das ganze Schiff stank nach ... ja nach was eigentlich? So ganz sicher waren wir nicht, aber es kam aus dem Bad. NEIN ... nicht was man jetzt denken mag. Es stank eher nach ..hm .. Mottkugeln oder ähnlichem. Das erste, völlig andere Problem, stellte sich beim anzünden des Gasherds an ... Gas war alle. Da war doch noch irgendwo eine andere Gasflasche. Egal, es half alles nichts, die mußte gefunden werden. Der Voreigener hatte gesagt, sie wäre irgendwo in der Bakskiste. Also ran an die Suche. Weiaaaa .... na gut, nach wir sie dann gefunden hatten stellte sich leider heraus: sie war ebenfalls leer. Tja, nun war guter Rat teuer. Woher Gas nehmen? Es war Samstag und wir in Spanien. Bert machte sich auf die Socken um dies herauszufinden ... und ... tatsächlich... nebenbei stellte sich dann auch heraus, das wir unseren Toilettenschlüssel erst am Montag bekommen konnten. Also erstmal nichts mit Duschen. "Schulterzuck" wird auch so gehen. Hauptsache wir hatten Gas.

Arbeitsteilung: Bert übernimmt die Bakskiste und ich die Küche und Bad (wegen des Gestanks). Während ich erstmal alles auf den Tisch räumte und mit Hilfe von diversen Putzmitteln versuchte dem dreckigen Geschirr und den klebrigen Wänden auf den Hals zu rücken räumte er erstmal die Kiste aus.

Alles fein säuberlich auf den Steg gelegt.

Ach die Gasflasche sollten wir ja auch anschließen. Raus mit der alten und ... NEIN ... da nicht rein mit der Neuen.

Erstmal saubermachen.

Ob wir das noch in den Griff gekommen?

Mit der Küche war ich etwas eher fertig und guckte nach draußen, ob ich helfen konnte. Zwischendurch hörte ich Bert kräftig fluchen. "Ich brauch was zum schöpfen, hier steht das Wasser drin!!" Wo kam das denn her?

Aber erstmal die Anker und Leinen raus zum trocknen. Woher das Wasser kam war schnell gefunden: bei einem zweiten Schlauch für Frischwasser hielt das von irgendwem reingesteckte "Birnchen" (eine abgebrochene Glühbirne)  nicht als Stopfer. Improvisation war gefragt und auch gefunden. Nun ist es dicht.

Langsam hatte ich die Nase voll vom Putzen. Es war mittlerweile 13 Uhr geworden.

Im Bad begab ich mich noch auf die Suche nach der Ursache des Gestanks, fand aber nicht alles. Danach wurde der Inhalt der Bakskiste, auf dem Steg, sortiert. Zum Glück hatten wir große Müllsäcke. "Das Gute ins Töpfchen, das Schlechte in ..den Sack" Weia, war die Bakskiste leer. auch als wir dann alles wieder drin hatten

Pause war angesagt.

Dann gingen wir noch an den Strand, einfach auch um mal abzuschalten.

Als wir wieder zurückkamen zogen wir mit unsrem Zeug erstmal um in die Bugkabine.

Nach dem Abendessen, es gab Spagetti und Soße war noch ein bisschen Ruhe angesagt. Bald darauf war ich aber verschwunden und wollte nur noch schlafen. Bert probierte noch Lichter aus und genoss einfach dem Abend auf dem Schiff. Ehrlich gesagt, ich bekam das nicht mit.

Sonntagmorgen: wir hatten wesentlich besser geschlafen, beschlossen: da bleiben wir, die Kabine ist wesentlich besser. Bloß ein Brett fehlt noch, damit nicht immer die Kissen nach hinten herunterfallen. Gut, aber nicht jetzt.

Unser Tagesplan? Putzen!

Aber erstmal einkaufen, ja auch auf nem Sonntag, bis Mittag ging das noch. Wir wollten ja noch was zum Essen haben und dann fällt einem doch noch dieses und jenes ein. Also zogen wir wieder mit unseren Plastiktütchen durch die Gegend, während viele schon im Kaffee gesessen sind.

Ich endlich das Bad richtig, die Bugkabine und Bert die Naviecke. Irgendwie hatte er immer die größere Aktion vor sich.

Im Bad fanden sich dann überall verteilte kleine weiße Kügelchen, die furchtbar stanken. Bloß weg damit!!!

Gruß an die neuen Bekannten, die den Tipp mit dem genialen Putzzeug hatten.

Zum Schluss noch den Fußboden und den Niedergang.

"Was ist denn das für eine Klappe?" "Keine Ahnung, mach mal auf" Dieses Schiff ist eine Fundgrube.

Dann war Schluß, schließlich war Sonntag.

Das Wetter lud zum Spaziergang ein. Also bummelten wir, bei strahlendem Sonnenschein an den Strand und vor an die Hafeneinfahrt.

Beim Rückweg noch an der Touristeninformation vorbei, um endlich mal einen Plan des Ortes zu haben. Da entdeckten wir dann auch ein Internetcafe, in dem wir uns für den Rückflug einchecken konnten.

Soviel Lauferei macht Durst und wir machten Pause in "unserer" Bar. Abends wurde dann, an Bord, noch gekocht und jetzt fühlten wir uns schon "zu Hause"

Gemütlich ist wirklich die Sitzecke, wenn man den Dreh mal raus hat.

Montag: ein Blick durch den Niedergang verriet: es war bewölkt. Na klasse, Hauptsache es fängt nicht an zu regnen. Was machen wir heute? Erstmal den Toilettenschlüssel besorgen. Putzen? NEIN, heute nicht. es reicht erstmal. Also gingen wir, nach dem Kaffee, los in das Hauptbüro vom Hafen und holten uns den Schlüssel. Damit könnten wir duschen gehen!!! Genial... gucken gehen. Hmm..in der Damendusche gab's überhaupt kein warmes Wasser, in der Herrendusche aber. Da eh kein anderer da war, war für mich das Thema erledigt, ich geh da mit drunter.

Zurück an Bord wurde erstmal unser "Loch" ausgeräumt, das ist nichts anderes als der eigentliche Platz für eine Rettungsinsel. Kommt man von der Badeplattform gut ran. Da rin befand sich ein großer Segelsack. Wasn da drin? Beim herausholen wurde es uns schnell klar: der Spinnacker. Weiaaa. was für ein Riesenteil. "Da kann man ja das Boot drin einwickeln." war mein erster Kommentar.

Der Kampf mit dem Spi.

Das Groß noch hoch, um mal zu gucken. Wieder runter war erstmal nen Problem, aber wir haben es geschafft.

Dann noch die Genua, die draußen war, die wir aber runter holen wollten.

Das Wetter hatte sich mittlerweile geändert, es war strahlend blauer Himmel und es wurde recht warm.

Ein Spaziergang durch den Ort war angesagt. Schöne Ecken hat´s hier.

Nachmittags verschlug es uns wieder an den Strand, ein letztes Mal, bevor wir wieder in´s kalte Deutschland fliegen. Das Meer war so ruhig und einladend, das wir wenigstens mit den Füßen reinwollen. Gesagt, getan.....

obwohl ... es war echt frisch und einige guckten uns auch recht merkwürdig an, wir wir da so Rumliefen, barfuss mit hochgekrempelten Hosen, Mitte Januar.

Am Dienstag morgen hieß es dann wieder sehr früh aufstehen. 5 Uhr klingelte der Wecker. Nach dem Kaffe alles klar machen. Auch nix vergessen? Seewasserventile? Luken dicht? Hauptschalter?

Der Shuttlebus war mehr als pünktlich da und wir kamen wenig wenig in Stress. Wir hoffen, das alles klar  und es nicht so lange hin ist bis wir wieder da sind.