Seite 2 03.05.2010
16. und 17.04.2010
Die Überschrift für die beiden Tage könnte heißen: Man baue besser keinen Fäkalientank aus oder Das Chaos nimmt seinen Anfang.
Gut, Chaos haben wir eigentlich schon länger. Aber langsam und von Anfang.
Am Freitag wollten wir unseren Fäkalientank ausbauen, nachdem die Entscheidung gefallen war, ihn nicht mitzuschleppen. Angeschlossen war er sowieso nicht. Die Aktion lief unkomplizierter als gedacht. Er war nicht nur nicht angeschlossen, er war auch nicht mehr irgendwie befestigt. Von der Werft her muss er mal gut befestigt worden sein, Laminatspuren am Tank weisen daraufhin. Wer immer das auch entfernt hat, hatte wohl seine Gründe. Egal wie, für uns war es jetzt einfacher. Was nicht so einfach war, war der große Schlauch der dazugehörte. Das Teil war so etwas von störrisch und vor allem lang.
Der Ausbau war aber nur ein Grund für die Aktion. Wir hatten uns noch einmal Gedanken wegen der Batterien gemacht und waren zu der Überzeugung gekommen: eine muss nach vorne, wegen der Gewichtsverteilung. Also wollten wir, eigentlich, ausmessen was für Leisten und wie groß das Brett sein musste, ebenso die Vermessung der Kabel.
Plötzlich war viel Platz unter der Koje, sah gut aus. Zumindest was den erhaltenen, zusätzlichen Raumgewinn betraf. Was nicht so gut aussah waren unsere Stoffbezüge an den Seiten und an der Decke. Erst jetzt kam uns richtig zu Bewusstsein, das einige Bezüge an den Rändern abgingen, alles ziemlich dreckig aussah. Wollten wir das so lassen?
Nachdem wir im letzten Sommer ja schon in unserem Julchen die Wandbekleidung neu gemacht hatten wollte ich auf keinen Fall mehr so etwas kleben müssen. Jetzt standen wir vor genau dem gleichen Problem. Was also tun? Mit dem Dreck losfahren? Oder doch in den sauren Apfel beißen und alles rausreißen?
Tiefes Durchschnaufen und die Entscheidung stand fest: wir reißen vorne die Bekleidung heraus. Das war nicht sehr schön, aber recht schnell getan. Vorher natürlich noch die Storchennester abbauen und alles in die Heckkabine verfrachten. Bloß nicht mehr Dahineingucken. Auch das Streichen der Shaps unter dem Bett verschiebe ich auf den Zeitpunkt, wenn die neue Verkleidung dran ist. Vorher hat das alles keinen Sinn.
Auch in den beiden Schränken rissen wir die Innenverkleidung heraus.
Zu Hause wälzten wir in den Fachkatalogen um uns neue Verkleidung auszugucken. Gar nicht so einfach, heute haben wir Proben bestellt, damit man sich das ganze mal genauer betrachten kann und auch mal anfassen.
Samstag ging es dann weiter. Es half nun alles nichts mehr, Die Wände der Bugkabine mussten gesäubert werden. Bert schrubbte also die Wände und die Decke ab. Eine Staubmaske wäre sehr hilfreich gewesen, so ging nichts ohne alle paar Minuten eine Pause zu machen damit der Staub und Dreck abziehen konnte. Was bin ich froh, wenn wir da drin alles wieder neu haben. Soo dreckig hatten wir uns das nicht vorgestellt, aber der Schaumstoff, der wohl mal hinter dem Stoff war hatte sich, im Laufe der Jahre, völlig aufgelost.
Beim Säubern der Schränke fand ich auch nichts besseres vor. Die Schubläden hatten zwar gehalten, nur war ein Wackeln immer dabei gewesen. Na ja, man gewöhnt sich an alles. Nun aber wurde klar, warum die wackelten: die Schrauben der Befestigungsleisten waren teilweise heraus gebrochen. Hinter der Wandverkleidung dort hatte sich schwarzer Staub/Dreck angesammelt. Alles herunter bürsten.
Zum Schluss streikte unser Staubsauger und ohne neue Tüte geht da nichts mehr. Klar, das wir die nicht dabei hatten. Also beim nächsten Mal weiter dort.
Damit uns ja nicht zu langweilig wird strichen wir die nächsten Shaps: unterm Herd, unter der Spüle und schlussendlich noch unsere Bilge.