Elektrik 2

06.02.2010

Am letzten Donnerstag ging es wieder aufs Boot. Das Temperatur war in in plus Graden und so konnten wir weitermachen. Als erstes erst einmal den Heizlüfter an, so wurde es schnell angenehm warm im Schiff. Es sieht drinnen wieder aus, als hätte eine Handgranate eingeschlagen, zumindest aber finden wir alles wieder ... Werkzeug.

Der Grund waren aber nicht nur die Temperaturen, sondern eine Mail vom shipshop. Dort hatten wir wegen der ARIES nachgefragt. Jetzt benötigen die Infos über unsere Ruderanlage. Seil oder Hydraulik? Eine gute Frage. So genau wussten wir das selber nicht. Was blieb also anderes übrig, als in der Heckkabine die obere Verkleidung zu lösen und uns die Sache mal genauer anzugucken. Das gestaltete sich nicht so einfach, da Bert ... auf dem Rück liegend... dort herumschrauben musste.

"Da müssen andere Schrauben rein ... die müssen mit dem Akkuschrauber zu lösen sein," fluchte er. Zumindest bekam er die Verkleidung ab und wir konnten, zum ersten Mal, in den Kasten mit der Ruderanlage sehen. Spannend. Wir haben also: außen eine Seillenkung (mit Drahtseil) und innen eine Hydrauliklenkung. Übrigens: Kommentar später, von Georg (shipshop) war: das ist ungewöhnlich, für ein Schiff solcher Größe. Nun ja, mag sein, aber es ist wie es ist. Zumindest haben wir so, vom Ruder her, noch ein Backupsystem.

Dann war die Frage: wie viel Umdrehungen sind von hart bb nach hart stb. Noch so eine gute Frage. Es sind knapp zwei. Dazu musste das Lenkrad aus den Untiefen der Bakskiste heraus und wir mussten schlichtweg probieren.

Als nächstes stand an: der Herd musste ausgebaut werden. Wir hatten, auf der Messe, einen Neuen gekauft, der wohl nächste Woche geliefert wird. "Wie bekomme ich den da bloß raus?" So etwas hatten wir auch noch nie gemacht. Aber nach einigem Hin und Her hatten wir ihn auf dem Boden stehen. Ziemlich schwer das Teil. Nun nur noch raus mit dem, aus der Kabine. Ging einigermaßen. Jetzt kann ich wenigstens auch mal dort saubermachen ... bevor wir den Neuen einbauen.

Weiter an unserer Elektrik. Kabel ziehen, beschriften, löten usw. Den alten Kühlschrank wieder anschließen, die Lampen in der Bugkabine. Alles mit neuen Kabeln, die alten waren hinüber. Alle neu verlegten Kabel, wie immer, genau aufgeschrieben.

Bäuchlings auf den Bodenbrettern, wenn noch vorhanden. Die meisten hatten wir abnehmen müssen um ran zu kommen.

"Nur nicht auf den Tank treten und auf die Verbindung dort auch nicht." Ach ja ... kam mir vor wie beim Turnen. Ein Bein dahin, das andere ... ja wohin denn bloß? Jetzt runterbeugen, Kabel durchziehen.

"In das Loch? Das ist nicht dein Ernst, da gehen schon so viele durch, das passt nicht." "Das muss passen." Nebenbei nicht das Gleichgewicht verlieren.

Geschafft. Nun noch ein Test. Kühlschrank läuft. Ne, läuft nicht. Kann nicht sein. Wieso ist der plötzlich kaputt? War er doch vorher nicht. Eine plötzlich entdeckte Sicherung raus und wieder rein, Kühlschrank läuft. Na geht doch. Nur fällt die Spannung plötzlich ab. Da stimmt was nicht. Vor allem zeigte unserer Batteriemonitor nichts an, jedenfalls nicht den Kühlschrank. Problemsuche. Bert fand es dann auch, da werden wir nächstes Mal weitermachen.

Licht vorne geht? Das eine ja, das andere nicht. Hä? Ich weiß nicht was er da machte, an der Kabelei vom Schaltpanel, jedenfalls gehen beide jetzt wieder.

Langsam wurde es wieder ziemlich frisch und wir machten Schluss.

17.02.2010

Gestern ging es an der Elektrik weiter. Zuerst aber war, mal wieder, Schnee abklopfen angesagt.

Bert wollte noch einmal alles schon angeschlossene, testen. Aber diesmal funktionierte alles und auch der Batteriemonitor zeigte an. Danach war das Radio anzuschließen. Halt ... vorher noch einen Lautsprecher einbauen. Die alten, sperrigen Teile hatten wir schon abgebaut. Die Einbaulautsprecher nehmen nicht so viel Platz weg. Nur mussten natürlich Strom- und Antennenkabel verlegt werden. Was wieder hieß: Bodenbretter weg und Kabel durch kleine Öffnungen ziehen.

"Wie zersägt man sein Schiff?"

 


Refit1 AnjuliNui - MyVideo

Nimmt alles viel Zeit in Anspruch und zum Schluss ist kaum etwas davon zu sehen.

 

Bei dieser ganzen Sache konnte ich, außer Anreichen, nicht viel helfen und machte mich daher dran, unser altes Klo auszubauen. Schläuche runter. "Das geht irgendwie nicht." Berts Diagnose war dann :"Die sind eingefroren." Na toll. Aber zum Glück hatten wir einen Fön dabei. Schon mal in einem Minibad Schläuche mit nem Fön aufgetaut? Ich bis dahin nicht und wünschte mir ein ums andere Mal, mein Zweitberuf wäre Schlangenmensch. Aber es funktionierte. Beim betrachten sah man dann, das tatsächlich alles voller Eis saß. Ich bekam sie ab, allerdings stellten wir sehr schnell fest: der Fäkalienschlauch musste erneuert werden. Das war eigentlich nicht geplant gewesen. Hilft aber nichts.

Jetzt noch die Schrauben lösen und weg mit dem alten Teil. "Halt, nur die vier Schrauben unten, nicht das ganze Klo auseinander nehmen!" Berts Zwischenruf kam gerade noch rechtzeitig. In meinem "Abschraubwahn" hätte ich gleich mal alle Schrauben herausgemacht. So ging es natürlich schneller ....

Saubermachen stand auf meinem nächsten Zettel. Da unser Wasser, was wir immer noch aus Frankreich, in 5 L Flaschen, an Bord haben, völlig eingefroren war musste frisches her. Also runter von Bord und mit nem Eimer bewaffnet zur Toilette. Böse Überraschung. Abgeschlossen und auch noch mit Schrauben gesichert. Was nun? Da ließ sich aber schon jemand blicken, der erklärte  das bei den Temperaturen die Toilette eingefroren war. Durfte dann in einem Nebengebäude auf die Toilette und Wasser holen. Es geht doch irgendwie immer was.

Zurück wurde erstmal, mit dem Wasserkocher, Wasser warm gemacht. So konnte ich ans putzen gehen. Auch der neue Herd sollte ja sauber eingebaut werden.

Dann noch das Bad mit dem Toilettensockel. Na wird doch.

So können wir, das nächste Mal, weitermachen.

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