21.07.2009
Wir haben uns vorgenommen unsere Anjuli zu Hause komplett zu renovieren. Na gut, wir werden nicht alles rausreißen, aber es ist dennoch so einiges zu tun. Das war auch der Grund, sie nach Hause zu holen. Erst wollten wir sie im Wasser liegen lassen um evtl noch schöne Tage auszunutzen. Schnell war uns klar, so geht das nicht, sie muss raus. Kommentar von dem Besitzer der Werft: "Das habe ich euch doch gesagt." Ja, aber da waren wir noch nicht soweit. Zu unserem Glück sind die Leute da flexibel. Einen Termin zum rausholen hatten wir am Freitag, den 17.07. um 10 Uhr. Aber es regente, als wir aufstanden und ein Anruf auf der Werft verriet uns: also besser morgen.. bei Regen ist das nicht so toll.
Am Samstag sind wir dann, gegen 13 Uhr auf der Werft. Wetter? Es fing an zu regnen. Das durfte doch nicht wahr sein. Während Bert zu Herrn Kern ging, verschwand ich im Boot, die Regenjacken holen. Soweit kam ich gar nicht, als Bert auftauchte: "Wir sollen sofort verholen." Die Jacken an, es regnete mittlerweile in Strömen.
Leinen los und unter Motor die paar Meter weiter an den Steg. "Nicht zu weit nach vorne, ich weiß nicht wie tief das ist. Spring runter, wenn es geht", kam von ihm. Ich war ein bisschen aus der Übung, aber der Sprung auf den Steg klappte noch immer. Eine 10 m Leine muß nach vorne, alles andere machen die Kerns. So die Info. Also locker festgemacht und eine lange Leine nach vorne.
Jetzt würden wir unser Schiff das erste mal auch von unten sehen. Was würde uns da erwarten?
Das herausholen klappte super. Vater und Sohn Kern wissen was sie tun.
Wir betrachteten unsere Anjuli Nui mal von unten und waren positiv überrascht. Unsere Befürchtungen, sie würde mit Muscheln voll hängen erwiesen sich als unbegründet. Es war kaum Bewuchs da. Nur an der Schraube. Kommentar: "Hättet ihr die frei gekratzt hättet ihr weniger Diesel gebraucht." Sicher, der Mann hat ja recht. Vor allem wissen wir jetzt, das unser Wellenlager erneuert werden muss und auch warum. Die total bewachsene Schraube lief dermaßen unrund das das passieren musste. Unser Problemkind: Ansaugung des Kühlwassers. Ich habe jetzt, zum ersten Mal gesehen wie das bei ihr aussieht und wo es genau ist.... wir hatten unwahrscheinliches Glück, das wir das immer mit unserer Pumperei frei bekommen hatten. Es ist schon jetzt wieder total zu. Kommentar: "Runtertauchen und mit einer Drahtbürste sauber machen." Sicher hat der Mann recht...wenn man denn weiß wo das Teil ist (in dem Dreckwasser hätten wir es nicht gesehen) und wenn man denn eine Drahtbürste an Bord hat. Aber unser Glück war wohl, das es keine Muscheln sondern "nur" Pflanzen waren.
Richtig aufbocken wollte aber niemand an dem Tag, soll am Montag erfolgen. Am Samstag habe wir nur noch die Fender und Leinen aufgeräumt. Ist ein komisches Gefühl, mit einer Leiter auf sein Schiff zu gehen. Bert meinte nur: "Hier kannst du mir wenigstens nicht ins Wasser fallen." Das ist wohl richtig, aber lieber ins Wasser als 5 m auf runter auf Stein. Aber wir werden uns daran gewöhnen.
09.10.2009
Damit nun niemand denkt wir würden an unserer Großen nichts machen. Mittlerweile haben wir sie soweit ausgeräumt. Meine Güte, was kommt da alles zusammen. Kistenweise haben wir die Sachen transportiert.
Die Polster aus dem Salon haben wir mit nach Hause genommen, dort abgezogen und die Bezüge gewaschen. Ob wir sie je wieder auf den Schaumstoff bekommen, bleibt abzuwarten, aber wir sind guter Dinge.
Die Polster aus der Bug- und Heckkabine sind ebenfalls abgezogen, stapeln sich aber an Bord. Zum Glück ließen sich die Bezüge gut waschen und zerfielen nicht in der Maschine.
Als nächstes muss der Motor winterfest gemacht werden und wir wollen sie mit einer Plane abdecken. Die habe ich vom AWN besorgt und wir machen uns Gedanken wie das schwere Teil am Besten zu händigen ist.
13.10.2009
Am letzten Sonntag kamen wir an der Werft an, beladen mit einem Eimer, der Riesen Plane (10 x 6 m, 260g/m), Glycantine und einer 12V Pumpe, die im Julchen ehemals als Duschpumpe fungierte.
Ob diese Pumpe allerdings funktionieren würde wussten wir nicht.
Der Plan war: mit Hilfe der Pumpe glycantinehaltiges Wasser durch den Motor zu pumpen, damit Frostschutz drin ist.
Aber zuerst einmal warfen wir einen Blick auf das Wasser in dem Altrheinarm. Wasser? Eher eine grüne Brühe. Die Motorboote, mit wenig Tiefgang, lagen noch im Wasser. Die wenigen Segelyachten hatten alle Schlagseite, sie stehen auf. Zu wenig Wasser. Wir waren sehr froh, unsere Anjuli im Trockenen stehen zu haben.
An Bord wurde erst einmal die Pumpe getestet, die läuft .... aber schafft sie es den Impeller zu überwinden? Bert schraubte und ich ging den Eimer mit Wasser auffüllen. Weia war das dreckig. Na wird schon gehen.
Der erste Testlauf ging völlig daneben. Irgendwie zieht die Pumpe kein Wasser, obwohl sie läuft. Also mit Hilfe eines Trichters Wasser einschütten. Plötzlich ging es. Die Freude war von kurzer Dauer. Über den Impeller kam sie nicht. Umdenken war angesagt. An Bord befanden sich noch einige Liter Wasser in Colaflaschen, in 5 -8L Wasserflaschen. Damit ging das Füllen des Trichters wesentlich einfacher. Bert schloss die Pumpe dann vor den Impeller an und siehe da: es ging. Nun noch eine 5L Flasche mit der Mischung Glycantine/Wasser füllen und los ging's. Ich kippte das Zeug in den Trichter und wir hörten auch wie es aus dem "Auspuff" wieder heraus kam. Unser Boden im Schiff sah aus wie nach einer Wasserschlacht. Egal, wir haben das Zeug da wo es hin soll.
Da es nicht regnete wollten wir sie auch abdecken. An Deck mussten wir zuerst mal checken, wo die 10 und wo die 6m waren. Auf alle Fälle war es schwer. Vom Bug aus nach hinten ziehen, über den gelegten Mast. Soweit so gut. Turnen war angesagt. Irgendwann lag die Plane wirklich über dem Mast. Alles an Bändseln und dünnen Leinen hatten wir vorher schon bereit gelegt. Nur die Plane fest zu machen war nicht so einfach wie am Julchen, wo ein Trailer vorhanden ist.
Aber wir haben es geschafft ... sie sieht ein wenig aus wie ein Geburtstags Geschenk, aber egal die Plane ist fest.
08.01.2010
Im Moment ist es uns einfach zu kalt um großartige Arbeiten auf dem Boot zu leisten. Wir fahren nu hin, um den Schnee von der Plane herunter zu kippen. Muss ja nicht sein, dass es dort zu schwer wird. Ist aber eine unselige Kabbelei ...