März 2009
Nach knapp 3 Wochen Deutschland ging es am 04.03. wieder Richtung Empuria. Das Spiel vom Februar wiederholte sich: Bert früh (nach Nachtschicht) geweckt, rein in´s Auto und ab zum Flughafen. Dort flogen wir, tatsächlich mal, bei sonnigem Wetter ab. Nachdem wir noch einen Schreckmoment bei der Kontrolle der Rucksäcke hatten. In einem befand sich unser neuer Batteriemonitor, samt Kabel. Den sollten wir in´s Gepäck tun, welches wir natürlich nicht hatten. Ein wenig ratlos guckend und etwas "Bitte, Bitte" machen half dann tatsächlich. Wir durften ihn mitnehmen. Phuuu....
In Girona kamen wir bei Regen an. Wärmer als in Deutschland war es auch nicht und wir machten, das wir das Auto bekamen und uns auf den Weg machen konnten. Das fing ja schon gut an. Auch in Empuria war das Wetter nicht besser. Es nieselte, als wir am Schiff ankamen. Half aber alles nichts. Wie immer, zuerst mal Grundkontrolle, ob noch alles okay war, dann Wasser bunkern, Strom anschließen, Rucksäcke auspacken. So langsam bekommt man Routine .....
Dann noch ein kurzer Einkauf, fürs Abendessen. Wir waren kaum wieder zurück, fing es wirklich an zu regnen. Dabei wollten wir doch wenigstens noch ein bisserl Fernsehen. Also raus, in´s Nasse und die SAT Schüssel anbringen.
Für den ersten Tag reichte es uns. Lange waren wir da nicht mehr auf.
Donnerstag, 05.03.
Wenigstens hatte es aufgehört zu regnen und das Wetter schien besser zu werden. Ein bisserl windig war es schon, die Nacht war recht unruhig gewesen. Alles quietschte so vor sich hin. Allerdings war ich so müde, das ich es nicht gehört hatte. Egal, die Sonne kam raus ... es konnte nur noch besser werden. Wie man sich doch täuschen kann ......
Allerdings war es nicht so unbedingt mein Tag, da ich mit einer Migräne aufgewacht war, die sich "gewaschen" hatte. Einmal "Fische füttern" war angesagt. Bert fuhr erstmal los in die Apotheke. Ich kam mir vor, wie mit einem Holzhammer erschlagen. Blöd... Nachmittags war ich soweit wieder hergestellt, das ich mit zum Einkaufen fahren konnte. Ansonsten verbrachte ich den Tag vorwiegend damit, mit einer Decke, an Deck zu liegen und zu lesen.
Abends erstatteten wir der Colonia Bar noch einen Besuch ab. Dort erfuhren wir dann, das nachts der Tramontana kommen sollte. Na super, wie sollte es auch sonst sein? Kein Spanienbesuch ohne Trami ...
Was uns dann aber erwartete hatten wir noch nicht erlebt. Es fing wirklich die Nacht an zu stürmen.
Freitag, 06.03.
Es stürmte, bei super schönem Wetter. Wir hatten schon morgens das Gefühl, wir wären auf See. Solche Schräglage hatte unser Boot. Laufen war ohne ständigem Festhalten nicht möglich. Bert kontrollierte erstmal die Festmacher. Aber die hielten. Der Sturm heulte in den Riggs der Schiffe. Gegen Mittag kam eine Nachbarin vorbei, die auch eine Wohnung dort haben und lud uns für Nachmittags zum Kaffee ein. Damit wir aus dem Geschaukel mal rauskämen. War wirklich nett.
Der geplante Strandspaziergang fiel dem Wind zum Opfer. Es war einfach nicht wirklich möglich, ohne das einem alles "um die Ohren" flog. Wie gern hätten wir einen funktionierenden Windmesser gehabt. Jedenfalls brachten wir unser Steckschot in der Bakskiste in Sicherheit, damit es uns nicht von Bord flog.
Nachmittag verbrachten wir zwei nette Stunden bei den Bootsnachbarn, in deren Wohnung. Vielen Dank noch mal. Als wir zurückkamen bemerkte Bert, das bei einem anderen Boot, das von Lutz, der nicht da war, sich der vordere Backbordfestmacher "in Luft" aufgelöst hatte. Er war irgendwie abgegangen. Damit trieb das Boot ständig auf die daneben liegende Motoryacht. So ging das nicht. "Wir müssen was tun," war Bert´s Kommentar. Also einen unserer alten Festmacher rausgeholt und ab auf das andere Boot. War gar nicht so einfach, bei dem Sturm, den Dalben "einzufangen". Aber irgendwie schafften wir es und so lag sie wieder fest. Es hielt auch die restliche Zeit, die wir da waren.
Am nächsten Tag erfuhren wir dann, das wir Wind mit 160 km/h hatten. Das erklärte uns dann wieso es alles so war, wie es war. An Fernsehen war abends nicht zu denken, wir machten uns Sorgen, das unsere kleine SAT Schüssel überhaupt an Bord blieb. Aber irgendwie hielt sie.
Samstag, 07.03.
Eigentlich hatten wir uns auf den Markt gefreut, der aber, wegen des Sturms, abgesagt worden war. Der Wind hatte nicht abgeflaut, es ging herrlich so weiter. Bert nahm sich den Einbau des Batteriemonitors vor. Was eine Kabelei. Er wollte ihn anstatt einer Uhr, die wir dort eh nicht brauchten, einbauen. Dabei stellte sich das Problem: wie bekomme ich etwas eckiges in etwas rundes? Mit aussägen ....
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Man säge mit einer Sperrholzsäge Ecken in ein ca 3cm breites, festes Holz. Vorher hatten wir uns noch Kabel besorgt, welches dann auch noch verlegt werden musste. Nette Arbeit und das Boot sah innen, mal wieder, aus als hätte eine Handgranate eingeschlagen.
Aber endlich saß der Monitor an der für ihn bestimmten Stelle.
Durch das Erlebnis, mit dem kaputten Festmacher, beobachteten wir immer mal wieder, die anderen Boote. Es kam, wie es irgendwie kommen mußte. Nachmittag fiel uns auf, das bei der gegenüberliegenden großen Ketch, der Baum von einer Seite auf die andere Schlug. War nicht so toll. Also rüber, da niemand auf dem Schiff war und wohl auch nicht kommen würde, und den Baum wieder festmachen.
Abends, so gegen 18:30 Uhr, war ich noch kurz Brot holen und musste mich , gegen den starken Wind, zurückkämpfen. Wäre ich doch nur später gegangen ..... denn gegen 19 Uhr .... war Windstille. Wie abgeschaltet. Das ist ein Phänomen. Wir lagen wie in einem Ententeich, wo noch vorher der Sturm geheult und das Boot sich hin und her geworfen hatte. Was für eine Erholung.
Heute hatte Bert mein Weihnachtsgeschenk angebracht: unsere Schiffglocke. Leider sieht man die Gravur nicht so wirklich, macht aber nichts ... ich weiß, das sie da ist.
Ach ja und unser neues Bordmitglied ist natürlich auch dabei: Fiennchen
Dafür gab es ein wenig später, eine andere unangenehme Überraschung. Plötzlich wurde es dunkel im Hafen und der Strom war weg. Außer uns waren noch die Spanier, 2 Boote rechts neben uns, Franzosen irgendwo gegenüber und Jack auf den Booten. Alles stand an Deck. Da war die Hauptsicherung durch. Bert und der Spanier versuchten sich an den Sicherungen im Damenbad. Keine Reaktion. Super .... Licht hatten wir ja, aber unser kleiner Heizlüfter ging halt nicht. Das würde eine kalte Nacht werden. Nachdem klar war, das niemand eine Chance hatte, den Landstrom wieder in Gang zu bringen beschloss der Spanier seinen Generator anzuwerfen. Der hatte es gut. Schulterzuckend beschlossen wir über Nacht unseren Gasbackofen brennen zu lassen, damit wenigstens etwas Wärme kam, als es draußen an der Gangway unruhig wurde. Der Spanier ... er meinte, wir sollten uns bei ihm mit anschließen, der Generator brachte genug Strom für beide. Auch mit Heizlüfter? fragten wir nach. Ja, auch dafür ... es würde eine kalte Nacht werden .... Seine Aussage passte zu unseren Gedanken, wenn auch auf eine ganz andere Art und Weise. Wir bedankten uns und freuten uns wie die Schneekönige. Das war eine feine Sache. Wir hatten wieder Strom.
Sonntag, 08.03
Der Sonntag brachte einen strahlend blauen Himmel, keinen Wind und angenehme Temperaturen. Jetzt stand unserem Strandspaziergang nichts mehr im Weg. Es war herrlich, wenn auch noch etwas frisch. Wir trafen Peter, er war gestern Nacht mit Usch angekommen. Mit den Beiden waren wir letzten Jahr auf deren Gaviota schon mal kurz draußen gewesen und hatten guten Kontakt.
Irgendwer hatte es in der Zwischenzeit fertig gebracht, den Strom wieder anzuschalten. Zum Glück.
Am Nachmittag machten wir uns dran, die Segel wieder aufzuziehen. Groß und Genua hatten den Winter in der Backskiste verbracht. Sicher ist sicher. Aber jetzt sah unsere Anjuli zumindest wieder aus wie ein Segelboot und schließlich wollten wir doch mal rausfahren.
Abends kam der Spanier, der den ganzen Tag zum fischen draußen gewesen war, wieder zurück. Bert war ganz gespannt, ob er was gefangen hatte. Hatte er ... und was für einen Tunfisch. Ganze 70kg war das Vieh schwer. Da mussten wir doch erstmal gucken. Bert´s Kommentar: "So etwas will ich auch" Das war mir völlig klar gewesen. Aber dazu braucht es erstmal das Angelzeug dafür.
Montag, 09.03
Den Tag verbrachten wir, zum Großteil, damit unser Schiff zu putzen. Was für eine Arbeit. Aber das war kein Luxus sondern dringend nötig. Von Jack hatten wir uns ein Kärchergerät ausgeliehen. "Das ist ja wie Strafarbeit.." Aber zumindest sah man den Erfolg dann. Muss aber zugeben, das dies sicher nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen gehören wird....
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Dienstag, 10.03.
Unser Schlauchi muß raus, beschlossen wir nach dem Kaffee. Die Sonne schien, es war warm ... warum nicht? Also raus damit aus der Heckkabine. Ähm ... halt mal .... wo pumpen wir es auf? Am Steg? Und dann? Neben uns liegen Boote ... da können wir nicht rein und auch den Motor nicht dran machen. Also an Deck, war eh mal nötig, um zu gucken ob das überhaupt geht. So werden wir das später machen müssen. Also los.
Es war etwas umständlich aber es ging. Jetzt ab ins Wasser. Das war ja geübt und kein Problem. Aber, bitte .... wie kommt man da jetzt rein? Schlauchi schwamm glücklich im Wasser und wir schauten von oben etwas verzweifelt darauf. Klettern. Ahja ... Wenn jetzt jemand auf die Idee kommt, wir könnten ja bequem über die Badeplattform rein ... dem sein gesagt: wir liegen mit dem Heck am Steg. Das Schiff umdrehen nur um ins Beiboot zu kommen? Neeeeeeeeee.... is nicht. Das mußte anders gehen. Also kletterte Bert, an dem Spifall, herunter. Hoffentlich hält das ... aber die Sorge war umsonst ... es ging alles gut. Er ruderte dann in eine Lücke, in der z.Zt. kein Boot liegt. Dort den AB dran, hoffen das dieser anspringt und ... los gings.
Schlauchbootfahrt im März 09 - MyVideo
Das war die Einladung zu einer Schlauchifahrt. So kurvten wir also mal wieder durch die Kanäle, zur Hafeneinfahrt und ein bisserl druch die Gegend.
schlauchiausfahrt im März09 - MyVideo
Danach ging die ganze Aktion wieder rückwärts: AB vom Schlauchboot, frei hand auf den Steg, Bert zurück rudern und dann ... mit Hilfe des Falls jetzt aber auf die Nachbaryacht, deren Freibord ist tiefer als unseres, und von dort aus sicher wieder an Bord. Danach das Schlauchboot wieder an Bord und festzurren. Man weiß ja nie.
Donnerstag, 12.03.
Gestern war ein Ruhetag, nicht viel gemacht. Heute dagegen wollten wir auslaufen. Wenigstens ein bisserl mal raus. Wir kauften noch kurz ein und machten dann das Schiff klar. Uns war schon wieder schlecht, vor Aufregung. So lange waren wir nicht mehr draußen gewesen. Der Wind war, im Hafen, kaum zu spüren. Also Diesel an, Festmacher ab und los gings. Aus der Box kamen wir recht gut ... wir waren unterwegs. Aber auf der Fahrt Richtung Hafeneinfahrt wurde schnell klar ... nur mit dem T-shirt würde es zu kalt werden. Aber erstmal ging es. Draußen zogen wir sehr schnell die Jacken an.
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Aber erstmal war Flauten angesagt. Na super. Genua raus und kurz darauf auch das Groß hoch. So kamen wir doch noch vorwärts. Bis dann plötzlich der Wind arg auffrischte. Die Anjuli bekam Lage und sowas mag ich nicht wirklich. 4-5Bft waren urplötzlich angesagt. Eigentlich ja ein guter Wind, um vorwärts zu kommen. Aber so nach knapp 2 Stunden waren wir beide durchgefroren. Also zurück.
Genua rein ging ja noch, aber um das Groß runter zu bekommen musste Bert an den Mast. Das ging nur mit Rettungsweste und einpieken. Nur wo vorne? Tja, so etwas sollte man sich vorher überlegen bekamen wir schnell mit. Jetzt musste es so gehen. Aber er bekam es heile runter und wir wurden uns, mal wieder, klar .... Lazy Jackets müssen her.
Das Anlegemanöver ging sehr gut vonstatten ... aber im Hafen war auch kein Wind. Da mußten wir uns erstmal wieder aufwärmen.
Freitag, 13.03.
Der Tag mit nichts Besonderem verbunden. Waren spazieren und hatten morgens noch in Rosas, bei dem Ausstatter im Hafen, Wasserschläuche besorgt. Unsere müssen erneuert werden und so haben wir die zumindest schon mal.
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Strandspaziergang im März 09 - MyVideo
Mittags reparierte Bert noch unseren zweiten Stecker für Oskar. Mit dem anderen holt sich el. Autopilot seinen Strom von der Starterbatterie und das ist nicht in unserem Sinn ... schon gar nicht, da wir z.Zt. nur eine ganz kleine dort haben. Viel Arbeit und .... nichts davon zu sehen. Etwas frustrierend das Ganze.
Samstag, 14.03.
Am morgen konnten wir dann endlich auf den Markt. Gemüse einkaufen macht hier richtig Spaß. Natürlich stockte ich auch meinen Buchbestand wieder auf. Langsam muss ich mir Gedanken machen, was ich mit den alten Büchern mache.
Wir mussten doch mal unseren Bootsmannsstuhl austesten. Das war gar nicht so einfach. Bert zuerst. Wie legt man denn dieses Teil eigentlich an? Nach mehreren Versuchen klappte es. Nur ist jetzt klar, so bekomme ich ihn nicht hochgezogen.
Bert im Bootsmannsstuhl - MyVideo
Danach ich. Also für Frauen ist das wohl nicht konzipiert. Es drückt arg, an diversen Stellen.
Elke im Bootsmannsstuhl - MyVideo
Montag, 16.03.
Die letzten Tage verliefen ruhig. Heute war leider unser letzter Tag und wir legten morgens erstmal eine Putzaktion an den Tag. Dann musste Schlauchi wieder in die Achterkabine.
Als wir alles fertig hatten half Bert dann noch bei Peter an Bord mit, der einige Relingsstützen wieder anbringen wollte. Als er zurück kam, meinte er nur:" Ich muss unsere Werkzeugkisten mal ausräumen." Damit war die Arbeit den Nachmittags klar. Ausmisten. Weia, was da alles zum Vorschein kam. Als ich das Chaos auf dem Boden sah überlegte ich mir nur, warum ich vorher alles gewischt hatte ....
Dienstag, 17.03.
Es ging wieder zurück. Leider!!! Wir wollten beide nicht, aber es half ja nichts.
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Jetzt freuen wir uns auf den großen Urlaub Ende Mai. Dann geht's für 4 Wochen rüber, allerdings mit dem Auto. Haben schon eine lange Liste, was diesmal alles mit muss.