Kurzurlaub am Ijsselmeer

In der vorletzten Oktoberwoche hatten wir nochmal Urlaub. Irgendwohin, ein bischen raus..das war unser Gedanke. Bert´s Idee:"Laß uns doch noch ein paar Schiffe ansehen." Das hieß aber: rauf an die See. Ostsee? Zu Weit. Holland? Gut, aber wohin? Die Entscheidung Ijsselmeer war schnell gefallen. Im Internet guckten wir nach interessanten Booten mit Liegeplatz Holland. Tja, nur hätte man wissen müssen wo das alles liegt. In Makkum fanden wir die Adresse eines Yachtbrokers. Das war doch schon mal was, ein Anhaltspunkt. Wie weit isn das eigentlich? Der Blick auf den Routenplaner sagte uns: ca 540km. Na gut.

Am Dienstag, den 23.10. war allerdings erstmal Mainz angesagt. Dort fing um 20 Uhr der Vortrag von Bernt an, den wir uns unbedingt ansehen wollten. Also morgens den Wohni fertiggemacht (haben wir die 2.Gasflasche? genug Wasser? Essen und Trinken? alles für den Kater? ..  das waren die wichtigsten Fragen) Dienstagmittag ging es dann los, Wohni angehängt, den Kater in´s Auto verfrachtet.

Bis Mainz ist es von uns aus nicht wirklich weit und wir waren am frühen Nachmittag da. Über Google Earth hatten wir gesehen, das sich neben dem Gebäude in dem der Vortrag war, ein großer Parkplatz befindet. Tatsächlich .. ein wunderbarer Platz für uns.

Um 19:30Uhr gingen wir die 20m zum Vortragsgebäude (also nicht wirklich weit <gg>). Irgendwie hatten wir Angst, das wir so ungefähr die einzigen sein würden. Aber völlig falsch gedacht, es waren so ungefähr 120 Leute dort. Das es in Mainz soviel Segler gibt war uns auch neu.

Die 8 € Eintritt waren nicht zuviel. Der Vortrag (Film und Bilder gut mit Musik untermalt und Bernt´s erzählerischem Kommentar) war einfach nur faszinierend. Da wir bis zu dem Zeitpunkt nur per email Kontakt hatten stellten wir uns vor. Ich denke, es wird eine interessante Fahrt im Mai werden. Mittwochmorgen fuhren wir dann weiter Richtung Holland. Da wir mit unserem Wohni natürlich nur 80 km/h fahren konnten ging es recht gemütlich zu. Gegen 16 Uhr fuhren wir von der Autobahn runter. Wir waren kurz vor dem Ijsselmeer (Navi zeigte nichts mehr an, wir fuhren nach Karte) und suchten eine Möglichkeit zu übernachten. Die fanden wir auch, in einem Waldstück nahe der Autobahn. Unser Kater fand es weniger lustig, da er nicht rausdurfte. Aber die doch viel befahrene Straße gleich nebenan war mir zu gefährlich. Nach einem Abendessen und noch ein bischen Pokern im Licht unserer 12V Beleuchtung fielen wir in´s Bett. Das der, nicht ausgelastete Kater, die Nacht im Wohnwagen rumtobte und Bert als gepolstertes Brett beim Sprung (sind immerhin knappe 9 kg Katze)  benutzte, habe ich nicht mitbekommen. Jedenfalls hatte ich gut ausgeschlafen am nächsten Morgen, meine beiden Männer sahen hingegen etwas kaputt aus.

Am Donnerstag ging es dann Richtung Makkum, was knapp unter dem Damm am Ijsselmmer liegt. Nachdem ich uns noch ein bisschen durch die Pampa geleitet hatte ... da war bisher wahrscheinlich noch kein Wohnwagengespann gefahren ... fanden wir uns am Hafen von Makkum wieder. Auch dort ein großer Parkplatz, auf dem im Sommer wahrscheinlich die Hölle los ist, aber jetzt kein Mensch mehr war. Gut für uns. Wir hatten damit einen guten Parkplatz. Direkt an der Marina. Das wir den Yachtbroker, den wir damals gesehen hatten, nicht fanden brauch ich wohl nicht zu erwähnen. Wir spazierten dann einfach mal in die Marina und schauten nach Schiffen. Hmm , von außen sehen sie alle recht gut aus. Also ... so ging das nicht. An mehreren Yachten war aber ein Verkaufsschild mit einer Telefonnummer eines Yachtbrokers. Wieder im Wohni, total durchgefroren vom Wind und den recht ungemütlichen Temperaturen, rief Bert dort einfach mal an. Tatsächlich, der Mensch hatte Zeit für uns. In einer dreiviertel Stunde wäre er in der Marina. Muss ich erwähnen, das er deutsch sprach? Wohl nicht <lach> Ich hatte zwar zwischenzeitlich gemerkt, das ich die Leute und das Radioprogramm gut verstand aber um sich zu unterhalten ... gut das die Sprache klingt wie´n Mix aus Deutsch, englisch, friesisch und noch irgendwas ...aber sprechen???!!!

Gegen 14:30 Uhr trafen wir den Mann dann tatsächlich in der Marina. (Die hatten wir uns schon genau angesehen, dort gab es nämlich zugängliche Toiletten .. is wichtig für Wohnifahrer...) Ein sympathischer Typ. Jetzt konnten wir uns die Yachten, die wir uns vorher schon rausgeguckt hatten, auch mal von innen ansehen. Als erstes gab es ein negatives Erlebnis für mich, ich hatte mit nämlich eine grüne Yacht rausgeguckt. Der Einblick in´s Innere ließ mich sehr schnell Festellen: NEIN!!! das isses nicht. Viel zu klein, machte einen völlig verwahrlosten Eindruck. Bert hatte sich die Technik angeguckt und nur abgewunken. Okay, das war´s nicht.

Danach eine Bavaria 31 ..hmm.. die sah zwar besser aus, aber sie ist halt arg klein. Der Broker bekam schnell mit, das uns das alles nicht so sehr behakte. Er hätte da noch etwas anderes. Auf dem Weg dorthin, fragte er uns was wir vorhätten. Es war mittlerweile ungemütlich geworden. Der kalte Wind ging bis unter die Haut. Als Bert meinte, wir würden halt auf große Fahrt gehen wollen hielt er an. "Länger als hier und in der Nordzee ?" "Zumindest über den Atlantik" Dem Herrn fiel ein wenig die Kinnlade herunter. Er fing sich aber schnell. "Ich habe etwas für Sie"

Da lag sie, eine Bavaria 36. Mit allem ausgestattet und, was zu dem Zeitpunkt gut kam, die Heizung war an. Das wär´s gewesen, sie war fast perfekt. Wenn nicht das kleine "aber" da wäre. Die Innenausstattung und die Naviecke hat mich völlig fasziniert. Leider war es eine 36-3. Das heißt mit 2 Achterkajüten. Keine Eignerversion. Tja, Süße, du bist es nicht.

Wir guckten uns noch zwei andere Yachten an. Aber sie waren es alle nicht. Von dem Broker verabschiedeten wir uns nach ca 2 Stunden. Wir spazierten dann noch ein wenig herum. Ein bisschen was vom Meer wollte ich nun doch sehen. Das Ijsselmeer war recht ruhig. Der Damm gut zu sehen. "Guck mal, da fahren Autos" "Wo? Ich seh nichts" "na da.." Himmel, ich werde blind.

Das wäre auch ein Revier für unsere Anjuli im nächsten Sommer. Aber ich wollte doch Salzwasser unterm Kiel. War es Salz- oder Süßwasser? Die ewige Diskussion der Experten. Bert musste es probieren. "Und?" "Schmeckt ein bisschen salzig" Aha.. soviel dazu. Also eher Süßwasser.

Am Freitagmorgen fuhren wir dann weiter. Über die Autobahn, die wir diesmal schnell fanden.... Diese führt direkt über den Damm, auf dem wir, natürlich, einen Halt machten. Irgendwie musste ich grinsen, als ich aus dem Auto stieg. Wir hatten Glück ... es war Flut und damit Wasser auf der Wattenmeerseite. Die Nordsee in Sichtweite, na gut, wir konnten bei den Sichtverhältnissen nicht mal die vorliegende Insel sehen. Aber immerhin.

Wir fuhren weiter bis hinter Amsterdam. Eigentlich hatten wir vor dort noch mal einen Stopp zu machen. Aber bei dem Verkehr und der Enge ist mir schnell die Lust dazu vergangen mit dem Wohni dort rumzukutschieren. Gegen Abend fuhren wir von der Autobahn runter und fanden einen Parkplatz, kurz vor der deutschen Grenze. Bei einem Hotel. Aber als wir die Preise dort sahen entschlossen wir uns doch für ein Abendessen im Wohni.

Samstag waren wir eigentlich nur auf der Autobahn unterwegs und kamen gegen Nachmittag wieder zu Hause an. Wirklich glücklich war wahrscheinlich nur der Kater.

Sollte jetzt jemand Bilder vermissen: wir hatten vergessen Ersatzbatterien für die Digi mitzunehmen (die zu hause fröhlich vor sich hinluden) und ich bekomme meine Handybilder nicht auf den PC.