23. Januar 2012
Es gibt sie auch hier, die nicht so strahlend schönen Tage. Über Nacht hatte es geregnet und tagsüber war es bewölkt. Was macht man dann bloß?
Es ist schon merkwürdig, wenn die Sonne scheint verschiebt man alles was irgendwie geht. „Das kann man noch machen wenn es regnet.“ Nur … hier regnete es schon seit Wochen nicht mehr.
Nun gut, an dem Tag kamen wir wenigstens mal dazu unsere beiden Genuas genauer anzuschauen.

Mit dem Ergebnis, das unsere Großen wieder angeschlagen ist … also genau die die wirr bisher auch gefahren haben. Die andere verschwand wieder im Segelsack … sie ist wohl nur noch als Notsegel zu handhaben.
Seit Sines haben wir ein Rostproblem. Rost auf einem GFK Schiff? Ja genau … Flugrost. Von irgendwoher hatten wir uns das gesamte Deck mit Roststaub versaut.
Wie bekommt man so etwas wieder ab? Bisher hatte er jedem Reiniger standgehalten. Da bekamen wir einen Tipp und eine Probe von einem Rostreiniger. Viel haben wir davon nicht erwartet. Wir wurden eines Besseren belehrt.
Noch am gleichen Abend waren wir in Besitz von 3 Flaschen dieses Zeugs und am nächsten Tag ging es an die Arbeit.




Einpinseln … einwirken lassen und dann abspülen. So einfach ging das, wir sind begeistert.

Nicht nur der Rost auf dem Gfk ging so ab, auch dem Flugrost am Geräteträger, den Relingsstützen und den Wanten konnten wir damit auf den Leib rücken.
Heute haben wir dann das gesamte Schiff geputzt und morgen wollen wir ans polieren gehen, wenn das Wetter mitmacht.
Der Regen der einen Nacht hatte Auswirkungen, die wir letztens bei einem Ausflug zum Leuchtturm sehen konnten. Überall blüht es, ein gelber Teppich strahlt einem entgegen, Mandelbäume blühen schon und in den Blüten sieht man Bienen herumschwirren.


Am 20.Januar ein doch eher ungewohnter Anblick, aber wunderschön.
Abgelegt in Allgemein | Keine Kommentare »
10. Januar 2012
Nachdem uns Len netterweise seine Nietenzange ausgeliehen hatte konnten wir daran gehen unsere 2 klappbaren Maststufen anzubringen. Immerhin schleppen wir die schon recht lange durch die Gegend. Aber wir mussten damit warten, bis der Mast steht …. Und da war unsere Nietenzange kaputt.

Letzten Samstag gab es hier einen Zigeunermarkt. Wir waren gespannt und fuhren, mit den Klappis, dorthin. Das Ganze entpuppte sich als Flohmarkt für Klamotten und anderes Zeugs. Aber recht interessant.

Jeden Samstag gibt es noch einen Bauernmarkt, genau gegenüber der Marina. Diesmal hatten wir mal einen Fotoapparat dabei.
Mit den kleinen Autovespas bringen so einige ihre Erzeugnisse zum Markt. Ein interessantes Vehikel.

Bei dem Bauernmarkt handelt es sich um einen Markt, den man so in Deutschland sicher nicht erleben würde.
An diesem Tag haben wir unsere ersten Süßkartoffeln gekauft. Mal sehen, was wir damit machen können.

Von Gemüse, Obst (wohl frisch vom Baum) gab es alles zu kaufen … selbst Hühner, deren Eier, Enten und Hasen.




Ob die Waagen wirklich geeicht sind wagen wir mal zu bezweifeln.

Am Sonntag nahmen wir uns einen Tag um die Sonne zu genießen und, das erste Mal in diesem Jahr, mit den Füßen ins Meer zu gehen. Ein Strandspaziergang, barfuss, am Meer. Das Wasser war noch etwas frisch, aber die Sonne wärmte von oben und es war ein richtig gutes Gefühl. Bei einem Bier in der Strandbar trockneten die Füße und wir radelten die ca. 500 m zurück zur Marina.
Montag ging dann die Woche weiter und für uns die Arbeit. Seit langem reden wir von LazyJacks. Seit einigen Tagen hatten wir uns schlau gemacht was wir dazu benötigen. Einiges hatten wir schon an Bord, Leine bekamen wir in einem Bootsshop hier, ebenso wie kleine Blöcke und Kauschen.
Nun mussten nur noch die ersten Kauschen eingebänselt werden. Was waren wir plötzlich froh über unseren Besuch bei dem Vortrag auf der letzten DUS Messe und den Kauf des Buches. Takelgarn und Nadeln hatten wir an Bord. Somit war das Ganze ein relativ einfache Sache. Hmm, naja zumindest klingt das jetzt gut 

Dann musste Bert in den Mast, damit wir oben die kleinen Blöcke annieten konnten. Ich bin immer wieder sehr froh, wenn er heile wieder unten ist und kein Werkzeug in freiem Fall den Weg aufs Deck sucht.

Alles in allem haben wir richtig schöne Lazy Jacks hinbekommen.


Wir bekamen vorgestern, von deutschen Stegnachbarn, Orangen und Zitronen direkt vom Baum geschenkt. Daran kann man sich echt gewöhnen. Sie sind sehr lecker.
Einen Teil unserer Süßkartoffeln haben wir heute verarbeitet und waren positiv überrascht, sehr lecker. Ich muss zugeben.. selber zubereitet hatte ich sie auch noch nie und kannte sie eher aus der Karibik. Aber egal .. auch hier scheinen sie zu einem normalen Lebensmittel zu gehören. Wir werden sicher Rezepte finden, wie man sie noch zubereiten kann.
Abgelegt in Allgemein | Keine Kommentare »
02. Januar 2012
Zwischen den Jahren beschlossen wir uns, für unsere großen Fenster, einen Sonnenschutz anfertigen zu lassen. Ohne einen solchen würden wir im Inneren des Schiffes, im Sommer, wohl ziemlich braten. Auch unser Polster dürfte leiden. Muss nicht sein. Der Segelmacher vor Ort hatte Material für einen Schutz vor den Fenstern.
Wir bekamen Folie von ihm, damit wir Schablonen herstellen konnten. Gar nicht so einfach, vor allem bei den beiden gewölbten Fenstern. Die fertigen Schablonen brachten wir am nächsten Tag wieder hin und schon einen Tag später klopfte es an die Bordwand und der Segelmacher kam, mit dem fertigen Schutz, an Bord. Vor Ort kamen noch die Druckknöpfe hinein.


Nun können wir schön hinausgucken, aber niemand hinein und die Sonne und die Wärme hält es auch ab. Für unsere Luken benötigen wir auch noch etwas, aber da gehen wir in den nächsten Wochen ran.
Silvester verbrachten wir, zusammen mit einem anderen deutschen Seglerpärchen, an Bord. Es war ein netter Abend. Um 23:30Uhr machten wir uns alle auf den Weg Richtung Hafeneinfahrt, mit Sekt und Gläsern.
Mit uns ein ganzer Pulk von Menschen. Es gab jedoch kein Gedränge und alles war sehr friedlich. Jeder hatte seinen Sekt und seine Gläser dabei.
Um Punkt 0:00 Uhr startete ein wirklich schönes Feuerwerk. Überall hörte man „Happy new year!” Portugiesen, Iren, Deutsche, Engländer … alle möglichen Nationen standen zusammen, bewunderten das Feuerwerk und wünschten sich “alles Gute”.
Mal sehen, was uns das neue Jahr so bringt und wo wir nächstes Sylvester feiern werden. Wenn alles klappt, was wir uns vorgenommen haben, wohl auf den Kanaren oder auf den Cap Verden. Karibik? Schaun mer mal…
Ein Spaziergang am Strand, bei 20°C und Sonne, rundete den 1. Tag des neuen Jahres ab. Es gibt wirklich Schlimmeres.
Heute kehrte Alltag ein, soll heißen: wir bauten unseren neuen Wassersammler ein.
Klingt so einfach, war aber ein ziemliches Geräume vorher. Aber beim test war alles in Ordnung. Jetzt hoffen wir, das er auch unter Belastung hält.

Der neue Antennentuner ist schon verbaut und funktioniert auch einwandfrei. Richtig schön, das dort jetzt alles klappt.
Abgelegt in Allgemein | Keine Kommentare »
27. Dezember 2011
Nun ist Weihnachten schon vorbei. Hier, in Portugal, gibt es den 2.Weihnachtsfeiertag nämlich nicht.
Der Heiligabend wird als der wichtigste Teil des Festes gefeiert. Am 1. Feiertag ist dann alles geschlossen, selbst die Restaurants. Ich schreibe dies so, da normalerweise hier an Sonn- und Feiertagen die meisten Geschäfte geöffnet haben.

. Insgesamt wird besinnlich und ruhig Weihnachten begangen. Nur kommt eine Weihnachtsstimmung aber irgendwie nicht auf. Es gibt keinen Weihnachtsschmuck in den Straßen, nur ein einzelner schiefer Plastikbaum „schmückt“ einen kleinen Platz in der Stadt. Nur selten dudelt Weihnachtsmusik aus den Geschäften. Aber auch einen solchen Stress, wie in Deutschland kennt man hier wohl nicht. Es gibt kein Gedränge in den Geschäften, auch nicht so massive Werbung für irgendwelche Elektronikgeräte.
Am Heiligabend waren wir nachmittags noch in der Fußgängerzone, haben Livemusik gehört und bei einem Bierchen in der Sonne gesessen. Völlig ohne Stress und auch die anderen Menschen um uns herum wirkten entspannt und genossen die gute Musik der Straßenmusiker.
Abends gab es dann Glühwein und Sauerbraten mit Knödel. Den Glühwein hatten wir aus Deutschland mitgebracht, hier ist so etwas nicht zu bekommen.
Am 26.12. sind wir auch genau 5 Monate unterwegs. Viel gesehen, viel erlebt, viele Erfahrungen gemacht. Einiges nicht so schön, vieles neu, so manches bereichernd, vieles auch nicht so wie wir uns das vorgestellt hatten aber … tauschen mit dem alten Leben wollen wir, bisher, nicht wirklich.
Was uns hier in Lagos auffällt sind die vielen Storchenpaare, die überall auf den Schornsteinen oder höheren Gebäuden nisten. Sicher sind auch einige dabei die im Frühjahr nach Deutschland zurück fliegen. Wir werden ihnen guten Flug wünschen.


Am Freitag entschlossen wir uns kurzfristig zum Capo de Sao Vicente zu fahren. Das Wetter war so richtig schön und bald hatten wir die Fahrkarten für den Linienbus gekauft. Der Busbahnhof von Lagos liegt genau gegenüber der Marina.
Eine Stunde später befanden wir uns an der Südwestspitze des europäischen Festlandes. Hatten wir immer gedacht das Meer wäre doch eigentlich sehr ruhig gewesen in den letzten Wochen wurden wir eines besseren belehrt. In Lagos betrug die Wellenhöhe nicht mal einen Meter, hier sah es völlig anders aus. Gischt schäumte auf den Wellen, der Wind pfiff nur so über die 70m hohen Felsen und es war richtig kalt.

Auch das Wetter war viel schlechter, graue Wolken überall.
Der Leuchtturm ist schon beeindruckend, wie überhaupt das ganze Cap. Sein Leuchtfeuer hatten wir lange gesehen, kein Wunder, es reicht 32 nm in den Atlantik hinein und gilt als stärkstes in Europa.

Ich war, noch im Nachhinein, sehr froh darüber das wir in der Nacht wenigstens 3 nm Abstand gehalten hatten. Da waren die Umstände noch schlechter gewesen.
Algarveseite

Atlantikseite

In Sagres machten wir keinen Halt und fuhren mit dem Bus gleich wieder zurück. Wir waren einfach nur durchgefrohren und wollten wieder in die Sonne. Sagres besuchen wir ein anderes Mal. Aber eine Erkenntnis hatten wir nach dem Erlebnis am Cap: im Winter wird das nichts mit der Fahrt Richtung Kanaren oder Madeira. Es ist halt doch ein ziemlicher Unterschied zwischen Algarve und Atlantik.
Die Rückfahrt brachte uns durch schöne Gegenden an der Algarve. Die Fahrweise des Busfahrers ist jedoch etwas gewöhnungsbedürftig. Die Tachonadel stieg oftmals über 100 km/h auf nicht befestigten Straßen. Wir konnten es sehen, da wir direkt hinter ihm saßen.


Gestern haben wir, wie viele andere auch, einen Ausflug zum Strand unternommen.

Wir sind gespannt, wie hier Sylvester gefeiert wird. Privates Feuerwerk jedenfalls ist nicht zu kaufen.
Abgelegt in Allgemein | Keine Kommentare »
20. Dezember 2011
Wir nutzen das schöne Wetter und erkunden die Umgebung. Mit den Klappis ging es letzte Woche zuerst durch die Stadt. Die Museen hier schließen in der Mittagszeit und wir hatten noch Zeit zu überbrücken. So kamen wir in den wirklichen Genuss von gefülltem Tintenfisch, in einer der vielen Gaststätten. Lagos ist schon sehr touristisch und damit auch etwas teurer in den Restaurants. Jedenfalls in denen, die direkt an der Promenade liegen. In der Nähe des Fischereihafens haben wir dafür ein Restaurant entdeckt wo man preiswert und gut essen kann. Die gegrillten Sardinen waren zumindest lecker und eine Portion hat für uns beide gereicht.
In der Kirche gibt es eine große Krippe, die von einem hiesigen Verein aufgebaut worden ist.


Weiter ging es zum Fort, wo wir das erste Mal in Portugal erlebten, dass wir Eintritt zahlen sollten. Das haben wir uns dann geschenkt.

Daneben gibt es einen kleinen Strand, der vom hiesigen Segelverein genutzt wird um ihre Optis ins Wasser zu bekommen.

Aus dem Ort hinaus geht es dann, mal wieder, den Berg hoch und wir mussten die Räder schieben. Dafür belohnte dann aber die Aussicht.
Wir befanden uns am Praia de Batata.

Eine Treppe führte hinunter zum Strand und da gerade Ebbe war konnten wir auch die Nachbarstrände besuchen. Bei Flut kommt hier niemand durch.



Schon von dem Aussichtspunkt bekommt man einen Eindruck von der Schönheit der Küste hier. Ich musste allerdings eine Vorstellung revidieren, hatte ich doch immer gedacht die Algarve bestände aus flachem Land und Stränden.


Die nächsten Tage waren bewölkt und wir hatten immer irgendwie zu tun. Die Zeit vergeht hier wie im Flug, zu tun ist irgendwie immer.
Am 4. Advent lachte wieder die Sonne und so machten wir uns auf den Weg zum „Hauscap“, dem Ponto da Predade. Schließlich wollten wir uns auch von oben ansehen warum die Wegpunkte, die uns nach Lagos brachten, soweit von der Küste entfernt liegen.
Mit den Fahrrädern ging es die ca. 5 km mal hoch, mal runter, dann wieder hoch. Endlich erreichten wir das Kap.

Am Leuchtturm ließen wir die Räder zurück und machten uns zu Fuß auf den Weg hinaus.

Es ist schon ein atemberaubender Anblick.

Ein Schild wies auf die Grotten hin und eine Treppe führt abwärts. Ziemlich steil das Ganze, aber es lohnt sich.

Leider war zu der Zeit gerade Ebbe und kein Boot fuhr durch die Grotten. So konnten wir nur selber einfach mal gucken. Es ist schon sehenswert.

Das Dumme ist nur, das man die ganzen Treppen auch wieder hoch muss.

Oben wieder angekommen wanderten wir noch ein wenig herum und genossen winfach die Sonne und den Ausblick auf beide Seiten des Kaps.


Die Nächte sind mittlerweile schon ziemlich frisch, zeitweise geht das Thermometer auf 8 °c herunter. Dafür ist es tagsüber auch mal so warm, das zumindest die Engländer hier in kurzen Hosen herum laufen. Aber es sind halt auch 14 Stunden Nacht und ab ungefähr 17:30 Uhr gehen in den Booten die Lichter an und die bunten Weihnachtsbeleuchtungen an.
Gestern kam ich nicht mehr dazu den Bericht Hochzuladen und heute waren wir wieder unterwegs gewesen.
Für den 20.12. hatten wir ein super Ausflugswetter. Diesmal ging es mit den Klappis in die andere Richtung, wir wollten einfach mal nicht den Berg hoch müssen. Man hatte uns erzählt, in der Nähe wäre ein Ankerfeld, welches wir uns ansehen wollten. Dazu fuhren wir auf die andere Seite der Bucht von Lagos, Richtung Alvor.

Dort kamen wir bei Ebbe an, tatsächlich lagen mehrere Schiffe vor Anker. Leider kamen wir nicht bis dorthin. Dafür hatten wir viel Vergnügen mit unseren „Geländeklappis“ und waren, wieder mal, sehr froh über die Gangschaltung und die breiten Reifen.


Eine Austernfarm liegt dort und wir sahen viele Austern direkt am Strand liegen. Mal etwas anderes als nur Muscheln, die es natürlich auch gibt.


Ein toller Blick geht über die ganze Bucht von Lagos, diesmal von der anderen Seite. Da kann man auch am Strand kilometerlang laufen.

Auf dem Rückweg durchfuhren wir einen großen Golfplatz und Bert musste kontrollieren, ob es wirklich richtiger Rasen war. War es, aber halt Golfplatz mäßig gepflegt.

Noch 4 Tage bis Heiligabend, hier gibt es wohl eher eine Weihnachtspalme. Aber wenn das Wetter noch etwas so bleibt können wir doch zufrieden sein.
Abgelegt in Allgemein | Keine Kommentare »